Polen

EM 2012 als Entwicklungsmaßnahme – Kann die Ukraine Ihre Chance wahrnehmen?

19. November 2009  |  Kategorie: News


Obwohl die ukrainische Bevölkerung optimistisch auf die Europameisterschaft 2012 schaut, verrinnt die Zeit bis zur endgültigen Entscheidung der UEFA über die Spielorte schnell. Immer wiederkehrende Mängel in Planung, Bauwesen und Organisation sowie ungeklärte Finanzierungen lassen die Zweifel nicht abreißen, ob die Ukraine der Aufgabe wirklich gewachsen ist. Die Verantwortlichen sind sich jedoch sicher, dass alle Forderungen fristgerecht erfüllt werden können.

Fraglich ist, ob die Maßnahmen zur Instandsetzung der Infrastruktur auch nach der EURO 2012 wirtschaftlich sinnvoll sind und sich nicht nachträglich zum Verlustgeschäft entwickeln. Es wird allgemein erwartet, dass das Turnier einen positiven Image-Wandel der Ukraine zur Folge hat. Dieser soll helfen in Zukunft mehr Geschäftspartner anzulocken und das Land für Touristen attraktiver zu machen.

In Donezk sollen beispielsweise insgesamt 19 neue Hotels in unterschiedlichen Sterne-Klassen gebaut werden. Weiterhin sind bessere Verkehrs -und Transportbedingungen für Fans durch den Kauf von neuen Bussen geplant. Im ukrainischen Zentrum für Kohleförderung sind bis jetzt mangels Attraktion und Tourismus kaum Gastunterkünfte und eine für die EM-Endrunde nur unzureichende Infrastruktur vorhanden. Die Realisierung aller Projekte sei allerdings wegen fehlender finanzieller Mittel mehr als unwahrscheinlich, sagte der Leiter der Donezker Wirtschaftsabteilung Serhij Nikitenko. Donezk hofft auf schnelle Hilfe des Staates, der allerdings selbst unlängst das EM-Budget für Kiew anzapfen musste, um Atemmasken und Medikamente gegen das grassierende Schweinegrippe-Virus zu kaufen.

Probleme wie in Donezk sind repräsentativ für die Situation in anderen potentiellen ukrainischen Gastgeberstädten. Da der Nutzen vieler Investitionen über das Turnier hinaus oftmals nicht sicher ist, lassen sich dringend benötigte Geldgeber nur schwer finden. Die extreme Knappheit der Mittel stellt die Ukraine vor große Probleme und Herausforderungen.

Alle Beteiligten sind sehr gespannt, wie die endgültige Entscheidung der UEFA zu den verbleidenden ukrainischen Spielstätten in knapp vier Wochen auf Madeira ausfällt. Die wirtschaftliche Zukunft einiger EM Städte wird nachhaltig davon geprägt sein.


Kommentar hinterlassen





Wechselkurs des Zloty



Mehr aus News (100 von 196 Beiträgen)

Management des Nationalstadionbaus in Warschau arbeitet mit Internetplattform “think project!”