Polen

Michael Platini kritisiert die EM-Vorbereitungen in der Ukraine

19. April 2009  |  Kategorie: News


  • 13.04.2009

UEFA Präsident Michael Platini hat bei seinem Kontrollbesuch in der Ukraine die Vorbereitungen auf die Euro 2012 erneut als unzureichend kritisiert. Der Franzose sagte in Kiew, er sei beunruhigt, dass die Infrastrukturmaßnahmen so schleppend vorankämen.

Außerdem seien die Vorhaben unsicher finanziert. Die UEFA wird Mitte Mai in Bukarest bekannt geben, welche Austragungsorte zum Zuge kommen. Von den sechs ukrainischen Städten hätten nur drei eine wirkliche Chance. Wegen verzögerter Bauarbeiten ist die Ex-Sowjetrepublik wiederholt in die Kritik geraten.

Beim treffen mit Medienvertretern in Kiew, wirkte Platini genervt. «Wenn das Stadion in Kiew nicht gebaut wird, wird es die Europameisterschaft 2012 (hier) nicht geben», knurrte der 53-Jährige. «Es gibt hier im Moment mehr Abriss als Aufbau», sagte Platini mit Blick auf die Baustelle, zu der ihn Präsident Viktor Juschtschenko persönlich begleitet hatte. Zwei Jahre nach der Vergabe der EM an Polen und die Ukraine hat der Stadionbau in der Hauptstadt immer noch nicht begonnen. Während des Platini-Besuchs, bemühte sich ein einsamer Bagger mit Abbrucharbeiten der alten Stadionsitze an der Stelle wo in drei Jahren das Eröffnungsspiel stattfinden soll.

Michael Platini sagte nach seinem zweitägigen Aufenthalt in Kiew, Donezk, Dnepropetrowsk und Lemberg nachdenklich «Die Menschen hier wollen das Turnier». Aber die Lage in der Ukraine sei «sehr ernst und kompliziert». Etliche Straßen, Flug- und Bahnhöfe, die für den Transport der Millionen Besucher und Fans sorgen sollen, existieren erst auf dem Papier. Des Weiteren müssen nicht nur die Stadien den UEFA-Standards genügen, sondern auch die Infrastrukturmaßnahmen. Michael Platini wies aber Spekulationen zurück, dass die UEFA bereits beschlossen habe, der Ukraine nur zwei Städte als Austragungsorte zu lassen. Die EM-Vorbereitungen in der Ukraine kosten ca. 17 Milliarden Euro und in Polen fließen 10 Milliarden Euro in die Arbeiten für das Turnier.

Dabei sind die Verzögerungen nicht nur durch die Finanzkrise schuld, die die Ukraine an den Rand eines Staatsbankrotts gebracht hat. Viele bürokratische Hürden bei der Vergabe der Bauaufträge ließen das Land soweit in Verzug geraten, dass die UEFA auch bei früheren Inspektionen immer wieder Verwarnungen ausgesprochen hat.


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