Polen

Allein die Symbolik genügt nicht für eine erfolgreiche EURO 2012

25. Mai 2009  |  Kategorie: News


  • 25.05.2009

Der UEFA-Präsident, Michel Platini hatte zuletzt kein glückliches Händchen bewiesen: im Mai hat er als Gast des Spiels zwischen Barcelona und Chelsea begeistert Barças Vereinshymne mitgesungen. Aus seiner groß angekündigten Reform der Champions League ist nicht mal ein Reförmchen geworden und die Sache mit der Euro 2012 in der Ukraine und Polen läuft auch nicht rund. Dies ist schlecht für Michel Platini, der seine Wahl zum Uefa-Chef vor allem den osteuropäischen Verbänden verdankt. Ein Misslingen der ersten Europameisterschaft in Osteuropa wäre auch ein Scheitern für Michel Platini.

Nun standen die Spieler vom Fußballverein Schachtjor Donezk in Istanbul Spalier für den angeschlagenen Präsidenten. Der erste Sieg eines Europapokals, einer ukrainischen Mannschaft ist dass Signal, auf dass Michel Platini gewartet hat. Ein Signal dafür, dass der Fußball im Osten Europas lebt und konkurrenzfähig ist. Letzten Monat hatte die Uefa-Exekutive von den vier geplanten ukrainischen EM-Spielorten nur Kiew bestätigt. Die Spielorte Lemberg, Donezk und Dnepropetrowsk haben nur noch bis zum 30. November Zeit für Nachbesserungen. Spätestens seit dem Sieg des Europapokals am Mittwoch, darf man davon ausgehen, dass zumindest Donezk alles für eine fristgerechte Fertigstellung aller Infrastrukturprojekte tun wird.

Aber allein die Symbolik wird die EURO 2012 nicht retten. Der ukrainische Spitzenfußball ist kein gewachsenes Produkt, sondern lediglich ein Prestigeobjekt milliardenschwerer Großkapitalisten. Auch der Triumph in Donezk ist nur möglich durch das finanzielle Engagement einer zwielichtigen Gestalt wie Rinat Achmetew. Rinat Achmetew lässt dass Stadion bauen, er kauft die Mannschaft zusammen, aber auch Männer wie er haben in Zeiten der Finanzkrise anderes im Sinn als die Ausrichtung eines Fußballturniers, von dem sie nur symbolisch profitieren. Die Wirtschaftskrise war bei der Vergabe der Europameisterschaft 2012 nicht in Sicht und sie trifft die EM-Vorbereitungen in der Ukraine härter, als es jede Niederlage auf dem Fußballplatz getan hätte. Für Michel Platini wird die EURO 2012 bis zum Schluss bleiben, was Schachtjors Sieg über Werder war: eine Zitterpartie.


Kommentar hinterlassen





Wechselkurs des Zloty



Mehr aus News (154 von 196 Beiträgen)

Werchowna Rada gründet Untersuchungskommission für Stadion in Kiew