Polen

Schwieriger EM-Entscheid bei Theo Zwanzigers Premiere

12. Mai 2009  |  Kategorie: News


  • 12.05.2009

Fortsetzung: (Theo Zwanziger gegen Spekulationen über EM-Gastgeber)

Die Spekulationen über Deutschland als Ersatzgastgeber der Euro 2012 sind für Theo Zwanziger absolut tabu. Dennoch könnte dem DFB-Präsidenten gleich bei seiner Premiere auf dem Parkett der internationalen Fußball-Politik unverhofft eine Hauptrolle zufallen.

Beim Besuch im Grand Hotel von Bukarest will das UEFA- Exekutivkomitee mit seinem neuen Mitglied Theo Zwanziger am 13. Mai über die Spielorte des nächsten Fußball-Kontinentalturniers in Polen und der Ukraine entscheiden. Die vorhandenen Probleme von Co-Gastgeber Ukraine bei Infrastruktur und Stadionbau lassen vor der Sitzung Mutmaßungen über eventuelle Ausweichpläne Richtung Westen nicht verstummen.

«Der DFB hat sich in dieser Frage immer klar und deutlich hinter die getroffene Entscheidung der UEFA gestellt. Für sonstige Spekulationen bleibt in dieser Sache also überhaupt kein Raum», sagte Theo Zwanziger in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa. Unser freundschaftliches Verhältnis zu Polen und der Ukraine muss auch beinhalten, dass wir uns respektvoll mit den Leistungen dieser Länder und Fußballverbände auseinandersetzen», sagte der Jurist.

Vier EM-Städte in Polen (Warschau, Danzig, Breslau, Posen) und vier in der Ukraine (Kiew, Lemberg, Donezk, Dnepropetrowsk) nannte die offizielle Turnier-Homepage der UEFA auch am Tag vor der Entscheidung weiterhin als Spielorte. Ein Inspektions-Bericht der hochrangigen UEFA-Delegation und eine erneute Präsentation der seit eineinhalb Jahren auch von UEFA-Präsident Michel Platini mitunter scharf kritisierten Gastgeber soll nun das Exekutivkomitee von der Turniertauglichkeit der Osteuropäer überzeugen.

«Generell ist es aber sicher so, dass bei zwei Ausrichterstaaten die Wege zwischen den Spielorten oftmals sehr lang sind und somit sachgerechte Lösungen in den Bereichen Unterbringung und Verkehr ganz besonders wichtig sind. Das ist natürlich auch in der Ukraine und Polen der Fall», skizziert Theo Zwanziger die Probleme. «Grundsätzlich kann ich aber nur noch einmal betonen, dass man den beiden Ländern, die im Bewerbungsverfahren den Zuschlag zur Ausrichtung der EURO 2012 bekommen haben, auch eine faire Chance bei der Umsetzung geben muss», sagte der 63-Jährige.

Der Gastgeber Polen ist ohnehin zuversichtlich, die vermeintlich letzte Prüfung ungeschoren zu bestehen. «Es gibt keinen Grund zur Aufregung, alle polnischen Städte sind bestens vorbereitet», sagte der Verbands- Vize Adam Olkowicz. Weil dies in der Ukraine und hier besonders in Dnepropetrowsk und Lemberg offenbar weiterhin nicht der Fall ist, schicken die Polen sogar mit Krakau und Chorzow noch zwei weitere Städte ins Rennen. Eine 6 zu 2 Aufteilung zwischen Polen und der Ukraine hatte auch Platini nicht ausgeschlossen, lediglich dass Hauptstadt Stadion in Kiew muss nach dem Willen des französischen UEFA-Chefs definitiv in den EM-Planungen dabei sein, sonst folgt der Entzug des Gastgeberrechts.


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