Michael Ballack
12. März 2009 | Kategorie: News

Michael Ballack im Trikot des FC Bayern Quelle: Wikipedia
Michael Ballack, geboren am 26. September 1976 in Görlitz, ist ein deutscher Fußballspieler und aktueller Mannschaftskapitän im Kader der deutschen Nationalmannschaft. Michael Ballack spielt seit der Saison 2006/07 in der englischen Premier League für den FC Chelsea London, an den er bis zum Sommer 2009 vertraglich gebunden ist.
- Spielweise
Michael Ballack ist angesehen für seine vielseitige und anpassungsfähige Spielweise, die es Ihm möglich macht, ebenso effektiv am Angriffsspiel teilzunehmen wie Defensivarbeit zu leisten. Gleichzeitig kann er nahezu jede Rolle im Mittelfeld bekleiden, darunter in der vorgezogenen Position in der Offensive, als zentraler defensiver Mittelfeldakteur und über beide Außenpositionen. Seine größte Stärke entwickelte er bei Bayer 04 Leverkusen im so genannten „Box-to-Box-Spiel“, wie dass Mittelfeldspiel zwischen dem eigenen und dem gegnerischen Strafraum genannt wird. Dort fungierte Michael Ballack als zentraler Mittelfeldspieler im 4-3-3-System von Klaus Toppmöller und übernahm in gleichem Maße Offensiv- wie auch Defensivaufgaben.
Im weiteren Verlauf seiner Karriere entwickelte Michael Ballack beim FC Bayern München unter der Führung von Ottmar Hitzfeld und Felix Magath seine Position weiter. Seine Vorstöße in die Offensive wurden seltener und er diente als zusätzliche Absicherung der Vierer-Abwehrkette sowie als Ballverteiler. In der deutschen Nationalmannschaft spielte Michael Ballack aber zumeist weiter sein ursprüngliches „Box-to-Box-Spiel“.
Michael Ballack ist einer der weltweit besten Kopfballspieler und ist zudem mit beiden Füßen gleich schussstark. Mit diesen Fähigkeiten wurde Ballack in den Jahren 2002, 2003 und 2005 zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt und wird in der Häufigkeit dieser Ehrung nur von dem vierfachen Titelträger Franz Beckenbauer übertroffen.
Michael Ballack wurde 2004 vom damaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann zum Mannschaftskapitän und Nachfolger von Oliver Kahn in diesem Amt ernannt und behält diese Aufgabe auch unter der neuen sportlichen Leitung von Joachim Löw.
Michael Ballack trägt im Verein wie auch in der Nationalmannschaft stets das Trikot mit der Nummer 13. In seiner Zeit beim 1. FC Kaiserslautern spielte Michael Ballack in Bundesliga und Champions League dagegen mit der Nummer 3.
- Karriere
Michael Ballack hat mit dem Fußballspielen bei der BSG Motor „Fritz Heckert“ Karl-Marx-Stadt begonnen. Seine Eltern brachten Ihn im Alter von sieben Jahren zum Training mit der dortigen Mannschaft, wo er dem Trainer Steffen Hänisch, der selbst in der zweiten Liga der DDR gespielt hatte, sofort auffiel. Sehr beeindruckend für Hänisch war die für Ballacks Alter außergewöhnlich weit entwickelte Technik und seine Fähigkeit, beidfüßig zu schießen.
Er spielte sich in die Mannschaft seiner Altersklasse und kam zu seinem allerersten Spiel beim 2:1-Sieg gegen Motor Ascota Karl-Marx-Stadt. Mit der zunehmenden Anzahl von Partien wurde sehr schnell das Talent von Michael Ballack sichtbar, der zudem damit begann, die Mannschaftsführung auf dem Spielfeld zu übernehmen. Außerdem entwickelte er eine beeindruckende Torgefährlichkeit und kam in seiner dritten Saison auf 57 Treffer in nur 16 Spielen. Im Jahr 1988 wechselte Michael Ballack zu einem ungleich größeren Verein: dem FC Karl-Marx-Stadt, der später in Chemnitzer FC umbenannt wurde.
Das hoffnungsvolle junge Talent kam schnell zu weiteren Erfolgen. Noch im selben Jahr gewann er mit seinem neuen Verein die Bezirks-Hallenmeisterschaft und entwickelte sich unter seinen neuen Trainern Jürgen Häuberer und Eberhard Schuster weiter, um drei Jahre später die sächsische Hallenmeisterschaft zu gewinnen. Nach drei weiteren Jahren errang Michael Ballack 1994 für den Chemnitzer FC die U-19-Meisterschaft des Freistaates.
Im Jahre 1995 erhielt Michael Ballack aufgrund der beeindruckenden Leistungen als zentraler Mittelfeldspieler seinen ersten Profivertrag. In Anlehnung an Franz Beckenbauer erhielt er während dieser Zeit den Spitznamen „kleiner Kaiser“. Am 4. August 1995 debütierte er am ersten Spieltag der Saison 1995/96 in der 2. Bundesliga und verlor, trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs von Silvio Meißner mit 1:2 gegen den VfB Leipzig. Im Laufe der Saison kam Michael Ballack zu insgesamt fünfzehn Einsätzen, stieg jedoch mit seinem Verein in die Regionalliga Nordost ab. Ein sehr persönlicher Höhepunkt war dennoch am 26. März 1996 sein erstes Spiel für die deutsche U-21-Nationalmannschaft.
In der darauf folgenden Spielzeit wurde Michael Ballack endgültig zum Stammspieler und scheiterte mit dem Wiederaufstieg von Chemnitz in die Zweitklassigkeit nur knapp, wobei er alle Partien absolviert und dabei zehn Tore für die „Himmelblauen“ geschossen hatte. Im Sommer 1997 folgte dann aber sein weiterer persönlicher Aufstieg, als Otto Rehhagel ihn für den soeben in die Bundesliga aufgestiegenen 1. FC Kaiserslautern verpflichtete.
- Vereine
1. FC Kaiserslautern
Am siebten Spieltag der Saison 1997/98 wechselte Rehhagel seinen neuen Spieler in der Partie beim Karlsruher SC erstmals für die letzten fünf Minuten ein. Darauf folgte am 28. März 1998 der erste Einsatz von Beginn an, wobei ihm gegen Bayer 04 Leverkusen die Aufgabe übertragen wurde, den gegnerischen Spielmacher Emerson auszuschalten. Er kam auf sechzehn Spiele in der ersten Saison und war am sensationellen Meisterschaftsgewinn des 1. FC Kaiserslautern beteiligt, dem dieser Erfolg als erster Aufsteiger in der Geschichte der Bundesliga gelang.
In der zweiten Saison wurde Ballack mit 30 Einsätzen und vier Toren zum Stamm- und zugleich Führungsspieler seiner Mannschaft, die das Viertelfinale in der Champions League erreichen konnte, dort aber gegen den FC Bayern München unterlag. Knapp drei Monate nach seinem Einstand in der deutschen A-Nationalmannschaft wechselte Michael Ballack am 16. Juli 1999 für eine Ablöse von acht Millionen DM zu Bayer 04 Leverkusen.
Bayer 04 Leverkusen
Seinen endgültigen sportlichen Durchbruch konnte Michael Ballack mit Bayer 04 Leverkusen feiern, wo er von den dort amtierenden Trainern Christoph Daum und Klaus Toppmöller die notwendigen Freiheiten für die Spielgestaltung erhielt. Im zentralen Mittelfeld war Michael Ballack fortan die Anspielstation und der Kreativakteur, der sich zudem in spielkritischen Momenten und Standardsituationen im gegnerischen Strafraum einschaltete, um dort seine Torgefährlichkeit zu nutzen. Im Laufe seiner drei Jahre bei Leverkusen schoss Michael Ballack 27 Meisterschaftstore und neun weitere Treffer in europäischenVereinswettbewerben.
Im Jahr 2000 benötigte Bayer am letzten Spieltag gegen den Außenseiter SpVgg Unterhaching lediglich ein Remis, um den Meisterschaftstitel zu gewinnen, aber ein unglückliches Eigentor von Michael Ballack führte zur Niederlage und zum Verlust des sicher geglaubten Titels.
Nach einer weiteren erfolgreichen Saison bei Leverkusen, als der Verein in der Spielzeit 2001/02 neben dem erneuten Gewinn der Vizemeisterschaft erst in den Endspielen der Champions League und des DFB-Pokals verlor, verließ Michael Ballack Leverkusen.
Gemeinsam mit seinen Mannschaftskameraden Bernd Schneider, Carsten Ramelow und Oliver Neuville zog er vorher noch in das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea ein, wo er jedoch aufgrund zweier gelber Karten gesperrt war. Michael Ballack beendete insgesamt die Saison 2001/02 mit 17 Meisterschaftstoren, was ihm die Auszeichnung zu Deutschlands Fußballer des Jahres einbrachte und eine Nominierung in das UEFA-„All-Star-Team“ der abgelaufenen Saison.
FC Bayern München
Trotz eines gleichzeitigen Angebots des spanischen Spitzenvereins Real Madrid entschied sich Michael Ballack im Jahr 2002 für einen Wechsel zum FC Bayern München gegen eine Ablösesumme von rund sechs Millionen Euro. Während er bei den Bayern fortan defensiver agierte, kam er dennoch auf Anhieb zu weiteren zehn Toren und gewann mit seiner neuen Mannschaft den deutschen Meistertitel. Beim DFB-Pokalendspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern schoss Michael Ballack zwei weitere Tore zum 3:1-Sieg.
Nach einer sportlichen Stagnation in seiner zweiten Spielzeit für München war Michael Michael Ballack wieder entscheidend am Gewinn eines erneuten „Doubles“ in der Saison 2004/05 beteiligt und war dabei nach Aussage des neuen Trainers Felix Magath der einzige gesetzte Spieler im Mittelfeld des FC Bayern. Bei insgesamt vier Spielzeiten für den Rekordmeister gewann Michael Ballack drei „Doubles“ aus deutscher Meisterschaft und DFB-Pokalsieg und schoss in 135 Spielen 47 Tore. In der obersten deutschen Spielklasse hat Michael Ballack somit zwischen 1998 und 2006 75 Treffer erzielt.
Dennoch wurde Michael Ballack regelmäßig kritisiert, in entscheidenden Spielen der Champions League schwächere Leistungen erbracht und stets mit dem Wechsel zu einem bedeutenden internationalen Verein geliebäugelt zu haben, anstatt seine Loyalität zu den Bayern zu erklären. Besonders stark fiel die Kritik dabei von den Vereinsoberen und ehemaligen Spielern des FC Bayern Franz Beckenbauer (Präsident), Uli Hoeneß (Manager) und Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandsvorsitzender) und sogar dem eigenen Fananhang aus, der ihn verstärkt in den letzten Spieltagen auf den Tribünenrängen verspottete.
Michael Ballack reagierte verärgert über die zunehmenden Unmutsäußerungen und betonte, dass er seinen Vertrag pflichtbewusst erfüllt und sich stets professionell sowohl auf als auch außerhalb des Platzes als Bayern-Spieler verhalten habe.
FC Chelsea
Michael Ballack unterschrieb am 15. Mai 2006 einen neuen Vertrag beim FC Chelsea, wohin er ablösefrei wechselte. Während seiner letzten Saison beim FC Bayern waren dabei stets Gerüchte um einen Transfer zu Manchester United, Real Madrid und AC Mailand aufgekommen, die Ballack jedoch mit dem Hinweis ablehnte, er sehe bei einem Wechsel an die Stamford Bridge bessere Perspektiven, Titel zu gewinnen. Zudem wurde in Fachkreisen eine möglicherweise höhere Gehaltszusage für Ihn als mitentscheidend für den Transfer zum FC Chelsea vermutet.
Öffentlichen Mediendiskursen, die thematisierten, ob ein Zusammenspiel von Ballack und Frank Lampard, die beide ähnliche Positionen in der Mannschaft beanspruchen, überhaupt möglich sei, begegnete der Chelsea-Trainer José Mourinho damit, dass er keine Schwierigkeiten in der Vereinbarkeit der beiden Akteure in seinem Team sehe.
Sein Debüt für Chelsea gab Ballack am 31. Juli 2006 bei einem Freundschaftsspiel in den Vereinigten Staaten an der UCLA. Am folgenden Tag wurde er offiziell den Medienvertreten vorgestellt, wo er sich mit dem Trikot mit der Nummer 13 zeigte, wie bereits bei allen anderen Vereinen zuvor. Ursprünglich war für Michael Ballack die Nummer 19 vorgesehen, da die 13 von seinem Teamkollegen William Gallas belegt war, dieser äußerte jedoch Wechselabsichten, weshalb Trainer Mourinho Ballack die Nummer 13 zusprach.
Sein erstes Tor für Chelsea schoss er am 12. September 2006 vor heimischer Kulisse an der Stamford Bridge beim Auftaktspiel zur Champions-League-Saison 2006/07 per Elfmeter gegen Werder Bremen. Seinen ersten Titel in England holte er im Finale des Carling Cups, als Chelsea den FC Arsenal besiegte; zudem gewann er mit seinem neuen Team den FA-Cup. Im Finale gegen Manchester United kam Michael Ballack aufgrund einer Verletzung jedoch nicht zum Einsatz.
In der Folgesaison 2007/08 erreichte Michael Ballack mit Chelsea das Finale der Champions League. Im ersten rein englischen Endspiel der Geschichte verlor die Mannschaft von Ihm allerdings mit 6:5 nach Elfmeterschießen gegen Manchester United. Nach Ende der regulären Spielzeit sowie der Verlängerung stand es 1:1. Michael Ballack selbst schoss den ersten Elfer seines Teams und konnte ihn verwandeln. Es war für Michael Ballack die zweite Endspiel-Niederlage nach 2002 mit Bayer 04 Leverkusen. Auch in dieser Liga wurde nur die Vizemeisterschaft erreicht, auch hier lag Manchester United knapp vor dem FC Chelsea.
- Nationalmannschaft
Am 26. März 1996 stand Michael Ballack gegen Dänemark, kurz nach seinem Wechsel in die Profiabteilung von Chemnitz, für die U-21-Auswahl erstmals in einer deutschen Nationalmannschaft. Dort kam Michael Ballack insgesamt zu 19 Spielen und vier Toren. Nach seinem Wechsel zu Kaiserslautern wurde Michael Ballack von Berti Vogts erstmals in die A-Nationalmannschaft berufen. Sein erstes Länderspiel absolvierte Michael Ballack am 28. April 1999 in Bremen unter dem Trainer Erich Ribbeck bei der 0:1-Niederlage gegen Schottland, als er nach einer Stunde für Dietmar Hamann eingewechselt wurde.
Bei seiner Teilnahme an der Euro 2000 in den Niederlanden und Belgien kam Michael Ballack während des gesamten Turniers auf lediglich 63 Einsatzminuten. Bis zur Weltmeisterschaft 2002 wurde aus dem vormaligen Ergänzungsspieler dann aber ein Führungsspieler. Bei dieser Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea entwickelte sich Michael Ballack neben Oliver Kahn zu einem zentralen Leistungsträger in dem deutschen Team. Seine drei Tore gegen die Ukraine in den Play-off-Spielen zur WM-Qualifikation hatten der deutschen Mannschaft zuvor erst den Weg nach Asien ermöglicht, wo er dann einen großen Anteil am Endspieleinzug hatte. Michael Ballack schoss die jeweils einzigen Tore zu den 1:0-Siegen gegen die Vereinigten Staaten und Südkorea, nach denen die deutsche Mannschaft dann im Endspiel stand. Ein Faktor, der seine vorherigen Kritiker jedoch noch mehr beeindruckt hatte, war sein taktisches Foul im Halbfinale gegen den Gastgeber, das eine große Torchance des Gegners verhinderte, aber auch dazu führte, dass er die daraus resultierende gelbe Karte in Kauf nahm und die damit verbundene eigene Sperre für das mögliche Finale bei einer Fußball-Weltmeisterschaft als Opfer bot. Einige Minuten nach Erhalt der gelben Karte schoss er Deutschland mit dem entscheidenden Tor zum 1:0 ins Endspiel. Nach der erneut enttäuschend verlaufenden Euro 2004 in Portugal, als Jürgen Klinsmann als neuer Nationaltrainer Rudi Völler beerbte, wurde Michael Ballack zum neuen Mannschaftskapitän ernannt.
Im Eröffnungsspiel für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land musste Michael Ballack gegen Costa Rica aufgrund einer Wadenverletzung passen, kehrte jedoch im zweiten Gruppenspiel gegen Polen zurück und bereitete in der letzten Vorrundenpartie gegen Ecuador ein Tor von Miroslav Klose vor. Beim 2:0-Achtelfinalsieg gegen Schweden kam Michael Ballack zu sieben gefährlichen Torschüssen aus der Distanz, konnte aber keinen davon in einen Treffer umwandeln. Dem folgte ein Erfolg über Argentinien nach Elfmeterschießen, bei dem Michael Ballack die Flanke gab, die zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich von Klose führte, und die 0:2-Niederlage im Halbfinale gegen Italien, die in den letzten zwei Minuten der Verlängerung besiegelt wurde. Im Spiel um den dritten Platz, das Deutschland gegen Portugal mit 3:1 für sich entscheiden konnte, musste Michael Ballack verletzungsbedingt pausieren. Ein Tor erzielte Michael Ballack, neben seinem einzigen Assist gegen Ecuador, bei der Weltmeisterschaft nicht. Dennoch wurde er in den Spielen gegen Ecuador und Argentinien zum „Man of the Match“ gewählt und am Ende des Turniers in das All-Star-Team berufen.
Bei der Europameisterschaft 2008 erzielte Michael Ballack im dritten Gruppenspiel gegen Österreich per Freistoß den Treffer zum 1:0-Erfolg, der den Einzug ins Viertelfinale bedeutete. Beim 3:2-Sieg gegen Portugal erzielte Michael Ballack nach einer Freistoßflanke den dritten Treffer für Deutschland. Von der Expertenkommission der UEFA wurde Michael Ballack einen Tag nach der Endspiel-Niederlage gegen Spanien in das All-Star-Team der EM 2008 gewählt.