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Beten fürs Atomzeitalter
06.01.2010 13:48 Uhr
Die katholische Kirche soll demnächst die Regierung bei ihrer Kampagne zum Wechsel auf Atomkraftenergie unterstützen. In einer auf vier Jahre angelegten Werbekampagne, die sich die Regierung rund 10 Millionen Euro kosten lässt, sollen vor allem Priester als wesentliche positive Informationsträger dienen.
So versuchen die Machthaber in erster Linie ihre stärksten Gegner auszuhebeln, bevor überhaupt mit dem Bau eines Kraftwerkes begonnen wird. Denn vor 20 Jahren war der Wechsel zum Atomstrom überwiegend an dem Protest von Franziskaner-Mönchen und Nonnen gescheitert.
Keine Angst vor Kernenergie
Obgleich also der Bau des ersten Atomkraftwerkes noch in den Sternen steht, werden in den ersten Wochen des neuen Jahres rund 5000 Broschüren verschickt, die über die Vorteile von Atomenergie informieren. Sie richten sich in erster Linie an jene Personen, Organisationen und Vereine der polnischen Gesellschaft von denen der Erfolg der Entwicklung hin zur Kernenergie überwiegend abhängt. Dazu zählen, Politiker, Wissenschaftler, Lehrer und eben auch Priester.
Von der Kanzel weg
Wenn es nach der Regierung in Warschau geht sollen Letztere dann das Volk direkt von der Kanzel weg positiv auf den Wechsel einstimmen.
Es scheint ein altbekanntes Rezept zu sein die Übermacht der katholische Kirche zu nutzen um unliebsame Stimmen zum Schweigen bringen.
Um nichts dem Zufall zu überlassen haben die Behörden angeblich bereits eine Datenbank angelegt mit Personen und Organisationen, die sich in der Vergangenheit gegen die Atomkraft ausgesprochen hatten. Auch diese sollen umfassend informiert werden, und so hoffen die Macher der Kampagne, so zu einem einvernehmlichen Dialog bewegt werden.
Ob sich die Kampagne auszahlt wird vielleicht bereits im Herbst 2010 deutlich. Dann nämlich wird die entscheidende Sejm-Debatte stattfinden, in der über die Zukunft der Kernenergie in Polen beschieden werden soll.
Quelle: polskaweb.eu
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