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Deutschland fordert die Rückgabe von Kulturschätzen aus Polen

23.08.2007 9:16 Uhr

Die seit nunmehr fünfzehn Jahren andauernden Forderungen nach einer Rückgabe deutscher Kulturschätze aus polnischem Besitz werden wieder laut.

So fordert die Bundesregierung erneut die Regierung in Polen auf eine Sammlung von über zehntausend Stücken herauszugeben, die im zweiten Weltkrieg aus deutschen Bibliotheken entnommen wurden.

Die Nazi-Regierung veranlasste während des zweiten Weltkrieges die Entnahme der Dokumente und Güter um sie auf einem Militärstützpunkt und später in einem Kloster in Krzeszow (ehemals Grüssau)vor Bombenangriffen zu schützen.

Die Kulturschätze wurden nach dem Krieg, im Jahre 1947, der polnischen Jagiellonia-Bibliothek in Krakau übergeben, da das Gebiet auf dem sie sich befanden mittlerweile polnisches Gebiet war.

Genau hier liegt auch das eigentliche Problem: Von Kunstdiebstahl kann hier eigentlich keine Rede sein, da die Kulturschätze nach dem Krieg auf polnischem Gebiet zurückgelassen wurden, weil die Deutschen vor der Roten Armee flohen.
Sowohl die polnische Regierung als auch die polnische Bevölkerung reagieren mit Empörung auf die Forderung der Bundesregierung zum einen, da es sich nicht um einen Diebstahl oder eine Kriegsenteignung handele und zum anderen habe Polen ebenfalls erhebliche Verluste von Kulturschätzen zu beklagen, unter anderem von hunderttausenden Kunstwerken.

Unter den Stücken die die Bundesregierung zurückfordert befinden sich unter anderem ein lateinisches Gebetsbuch aus dem 15. Jahrhundert sowie das Originalmanuskript von Mozarts Klavierkonzert Nummer 27 und Dokumente des Dichters Reinhold Lenz.

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