Sie sind hier: Startseite » Nachrichten »
Katholischer Glaube nimmt in Polen ab
15.08.2012 10:24 Uhr
Kein Land Europas ist so katholisch wie Polen. Über 90 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum katholischen Glauben. Trotzdem nimmt der Einfluss von Kirche und Glauben beim Nachbarn im Osten ab. Im Vergleich zu 1990 gehen heute ein Drittel weniger Menschen in die Kirche. Haben sich damals unter jungen Menschen noch 60 Prozent zu katholischen Geboten und Ritualen bekannt, liegt die Zahl bei aktuellen Umfragen bei weniger als 40 Prozent.
Für diese Entwicklung können verschiedene Faktoren zur Erklärung herangezogen werden. Während des kalten Krieges gab die Kirche vielen Menschen Halt und Orientierung. Seit der Öffnung zum Westen kam es zu einem Wertewandel. Der Wirtschaftsboom und die kapitalistische Orientierung hat die Stimmung im Land tiefgreifend verändert. Auch mit dem Tod von Papst Johannes Paul II ging für viele Menschen eine wichtige Identifikationsfigur im Glauben verloren.
Dennoch gibt sich die Kirche optimistisch. So pilgern noch immer viele Menschen zum Jasna Gora (Heller Berg) im schlesischen Tschenstochau. Mindestens einmal im Leben wollen viele Polen dorthin zu Fuß pilgern. Noch immer finden sich unter den zahlreichen Pilgern viele junge Menchen.
Weiterführende Anzeigen
