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Polen kritisiert deutsche Aufrufe zum EM-Boykott
03.05.2012 16:49 Uhr
Kritisch betrachtet man in Polen deutsche Erwägungen, die Fußball-EM in der Ukraine aus politischen Gründen zu boykottieren, beziehungsweise auf eine Verlegung der Spiele in der Ukraine nach Polen zu drängen. Immer lauter werden in Deutschland die Forderungen nach Konsequenzen, sollte die ukrainische Regierung die inhaftierte ehemalige Ministerpräsidentin Julia Timoschenko nicht behandelt werden dürfen. Timoschenko klagt über Folter, mangelnde ärztliche Betreuung und befindet sich aktuell im Hungerstreik.
In Polen hält man die deutsche Reaktion teils für übertrieben, teils für eine Herangehensweise, die falsche Impulse setze. Polen sah sich in den vergangenen Jahren der politischen Veränderungen in der Ukraine immer als eine Art Mentor und Vermittler zwischen Ost und West. Ein Boykott, so argumentiert Maria Stepan, Osteuropaexpertin beim polnischen Staatsfernsehen TVP, nutze lediglich dem „Selbstwertgefühl einiger deutscher Politiker“.
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