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Polens Trauer um Präsidenten von Streit getrübt
21.04.2010 11:53 Uhr
Polen hat am Sonntag Abschied genommen von seinem Präsidenten Lech Kaczynski und dessen Frau Maria. Die Trauerfeier, an der wegen der riesigen Aschewolke über Europa nur wenige ausländische Gäste teilnahmen, fand in der Krakauer Marien-Kathedrale statt. Im Anschluss wurden die beiden Särge bedeckt von der polnischen Flagge und unter der Anteilnahme zehntausender Polen zu ihrer letzten Ruhestätte getragen.
Die Beisetzung in der Wawel- Kathedrale hoch über der Stadt Krakau hatte im Vorfeld zu zahlreichen Protesten geführt. 2000 Polen protestierten Mittwochabend vor dem Bischofssitz im südpolnischen Krakau. Der dort ansässige Bischof des Landes, Kardinal Stanislaw Dziwisz, hatte die Bestattung gebilligt.
Die Kathedrale des Krakauer Königsschlosses gilt als symbolträchtigste Kirche des Landes. In ihrer Krypta ruhen zahlreiche Nationalhelden Polens. Eine dortige Bestattung ist die höchstmögliche Ehrung für einen Polen. Die Demonstranten empfanden das dortige Begräbnis als anmaßend.
In der Kritik steht auch der Zwillingsbruder des Verstorbenen, Jaroslaw Kaczynski. Oppositionsführer werfen Kaczynski vor aus der symbolträchtigen Bestattung persönliches Kapital für die anstehenden Wahlen schlagen zu wollen.
Nach dem unerwarteten Tod des polnischen Präsidenten, bei einem Flugzeugabsturz am 10. April 2010 sind viele Menschen in Polen in tiefer Trauer. Eine Woche lang warteten die Menschen täglich bis zu 13 Stunden vor dem Präsidentenpalast in Warschau, wo die Särge aufgebahrt waren, um Abschied von ihrem Präsidenten zu nehmen.
Der Präsident war in Begleitung seiner Frau und zahlreichen weiteren polnischen Persönlichkeiten auf dem Weg zu einer Gedenkfeier für die Opfer des Massakers von Katyn gewesen. Kurz vor der Landung im russischen Smolensk war die Präsidentenmaschine bei dichtem Nebel abgestürzt. Keiner der Insassen überlebte.
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