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"Verrückter" Rollstuhlfahrer wird zum polnischen Held
03.01.2011 12:45 Uhr
Die Diskriminierung Behinderter verstößt laut polnischer Verfassung gegen das Gesetz. Die Realität sieht für 3,5 Millionen behinderte Menschen in Polen aber oft anders aus. Man sieht im Straßebild der Städte wenige Blinde oder Menschen im Rollstuhl. Eine behindertengerechte Bauweise gehört vielerorts nicht zum polnischen Standard. Der 48-jährige Marek Soltys avancierte zum Volkshelden und Internetstar, indem er diese Missstände auf humorvolle Weise bloßstellt.
Begleitet von einer Filmkamera fährt Soltys mit seinem Rollstuhl durch Warschau und lässt sich bei den Schwierigkeiten, denen er dabei begegnet, filmen. Die Ergebnisse, mit seinen oft humorvollen Kommentaren, veröffentlicht er seit knapp einem Jahr auf der Videoplattform youtube und hat damit Kultstatus erreicht. Der „verrückte Rollstuhlfahrer“, wie er sich selbst nennt, beeindruckt vor allem mit seiner positiven Einstellung: „Das Jammern und Klagen bringt gar nichts. Verändern werden wir nur etwas, wenn alle über die Absurditäten unseres Alltags lachen können und es kinderleicht finden, uns ein bisschen zu helfen.“
Vor allem die Schwierigkeit, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, schränkten viele Behinderte ein. „Früher habe ich Briefe geschrieben“, sagt Soltys. „Zwei, drei Monate später bekam ich dann Antworten auf meine Bitten. Aber es tat sich nichts. Gar nichts. Über Jahre hinweg. Dann habe ich den ersten Videoclip gedreht, weil ich dachte, dass ich denn Metroleuten zeigen muss, wo das Problem liegt.“
Er bedauert zutiefst, dass die Integration Behinderter in Polen noch in den Kinderschuhen stecke. „Die meisten sitzen zu Hause“, sagt Soltys. „Die wenigsten nehmen am Leben teil. Im Grunde warten sie nur auf den Tod.“
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