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Von Ostern in Polen und der Bedeutung der Osterpalme

05.04.2007 10:35 Uhr

Bald ist es wieder soweit, Ostern steht vor der Tür. In Deutschland werden üblicherweise Eier bemalt und versteckt, eventuell geht man zum Ostergottesdienst und die Fastenzeit hat ein Ende.

In Polen geht es Ostern traditioneller zu, feste Bräuche und Traditionen sind selbstverständlicher Bestandteil und ein sehr deutlicher Bezug auf den Christlichen Glauben ist allgegenwärtig.

Ein gutes Beispiel ist der Bau einer Osterpalme eine Woche vor Ostern am Palmsonntag. Gewöhnlich werden vor den Messen Palmzweige verteilt die man sich während der Messe segnen lässt und bis Ostern aufbewahrt. In den ländlichen Regionen Polens werden diese Osterpalmen noch selbst gebaut, in tagelanger Arbeit verziert und am Schluss mit Preisen gekürt. Traditionell wird die Osterpalme ausschließlich von Männern gebaut, was unter Anbetracht der Tatsache dass die Osterpalmen ein Gewicht von bis zu 80 Kilo und einer Höhe von 30 Metern erreichen auch verständlich ist. Die Frauen sind für die Dekoration der Palmen zuständig, meist werden sie mit selbst gebastelten Blumen aus Papier geschmückt.

Während des Gottesdienstes an Palmsonntag werden die Palmen von ihren Bauherren aufrecht gehalten. Ebenfalls erwähnenswert sind die Passionskonzerte zu Ostern die traditionell während der Karwoche in Krakau stattfinden. Das Musikfestival bietet eine Vielzahl von Künstlern die Passionslieder aus dem 16. und 17. Jahrhundert vortragen, sowie Schauspiele die den Kreuzweg Jesu darstellen.

Traditionell wird am Ostersamstag ein Körbchen mit den Gründonnerstag bemalten Eiern, ein spezieller Kuchen(„Pascha“), Brot sowie die typisch polnische Weißwurst mit „Ćwikła“ dass aus Meerettich und roter Beete besteht und Käse und Salz gefüllt. Die Lebensmittel haben alle einen symbolischen Stellenwert, so steht das Brot für den Leib Christi und die Eier für dessen Auferstehung. Mit dem Segnen der Gaben am Ostersonntag ist die Fastenzeit offiziell beendet.

Nach dem Ostersonntagsgottesdienst, der gewöhnlich um 5:00 beginnt finden sich die polnischen Familien gemeinsam beim Frühstück ein und verzehren die gesegneten Speisen. Traditionell verteilen die Anwesenden ein Stück geweihtes Osterei und segnen sich gegenseitig mit Glückwünschen und die Kinder suchen die vom Osterhasen versteckten Süßigkeiten.

Ostermontag findet dass in Polen einzigartige „Smigus-Dyngus“, das traditionelle Wassergießen, oder eher eine Wasserschlacht, auf den Straßen statt. Das Ritual wird zu Ehren des polnischen Herrschers Mieszko I. abgehalten, der sich im Jahre 966 zum Christentum bekehrte und sich taufen ließ.

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