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Warschauer Senat ehrt Irena Sendler

15.03.2007 18:37 Uhr

Warschau - Der Warschauer Senat ehrte am heutigen Mittwoch Irena Sendler für ihr außerordentliches Engagement bei der Rettung von jüdischen Kindern im zweiten Weltkrieg.

Als Krankenschwester war es der 1910 geborenen Irena Sendler gelungen das Warschauer Ghetto zu betreten um so die jüdischen Kinder mit Medizin, Lebensmitteln und Geld zu versorgen. Zutiefst berührt von dem Schicksal der jüdischen Menschen und vor allem der Kinder im Warschauer Ghetto schloss sie sich mit anderen Polen 1941 der Widerstandsorganisation „Zegota“ an und organisierte die Kinder-Sektion der „Zegota“. Als Anführerin des Widerstandes schleuste sie Kinder aus den Warschauer Ghettos um sie vor der sicheren Ermordung durch die Deutschen zu retten. In einer beispiellosen Rettungsaktion schafften Sendler und andere Mitglieder der „Zegota“ über 2500 Kinder aus dem Warschauer Ghetto und besorgten ihnen falsche Papiere damit sie in neuen Familien, Klöstern und Heimen sicher leben konnten.

Sendler führte Namenslisten der Kinder die sie nach der Rettung verschlüsselte, sodass eine eventuelle Zurückführung der Kinder zu ihren Familien möglich war und vergrub diese in ihrem Garten.
1943 wurde Irena Sendler denunziert, von der Gestapo festgenommen und gefoltert bis sie die Namen und Aufenthaltsorte der Kinder freigibt. Da sich Sendler sogar unter Folter vehement weigerte die Kinder freizugeben wurde sie noch im gleichen Jahr zum Tode verurteilt. Kurz vor ihrem Tod gelang es ihrer Organisation einen SS-Mann zu bestechen und sie so frei zu bekommen.

Für ihren Mut und Zivilcourage wurde Irena Sendler mehrfach ausgezeichnet, unter anderem erhielt sie 2003 die ehrenhafteste Auszeichnung Polens, den Weißen Adler.

Heute lebt die 97-Jährige in einem Altersheim bei Warschau und empfängt regelmäßig Besuch von den heute erwachsenen Kindern denen sie damals das Leben rettete und vier amerikanischen Schülerinnen aus Kansas die sich die Geschichte der Irena Sendler als Schulprojekt annahmen und so ihre Geschichte wieder in die Öffentlichkeit brachten.

Für die Rettung der 2500 Kinder aus dem Warschauer Ghetto durch ihren unerschütterlichen Kampfgeist und Mut im Kampf gegen die Nazis wurde Irena Sendler für den Friedensnobelpreis 2007 nominiert.

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