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Rechte von Fluggästen von und nach Polen – was tun bei Verspätung und Ausfall?

Fliegen ist mitunter die schnellste und zudem eine sehr entspannte Art, um nach Polen zu reisen. Immer wieder kommt es jedoch auch bei Flügen zu Verspätungen oder gar zu Ausfällen. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kann auch zu Problemen bei der Planung und Organisation führen. Umso wichtiger ist es daher zu wissen, dass jeder Reisende in der EU gewisse Rechte hat. Vor allem wenn es zu Flugausfällen oder Verspätungen kommt, ist es wichtig, über diese Rechte informiert zu sein, um von eventuellen Entschädigungen profitieren zu können

Wann besteht ein Anspruch auf Entschädigung?

Dass ein Reisender Anspruch auf eine Entschädigung hat, dass wissen viele. Häufig nicht bekannt ist jedoch die Frage, ab wann ein Anspruch auf eine Entschädigung besteht. Hierzu hat der Europäische Gerichtshof EuGH im Jahr 2011 ein Gesetz verabschiedet. Demnach hat ein Reisender immer dann Anspruch auf eine Entschädigung, wenn es sich um eine Verspätung von mindestens zwei Stunden oder mehr handelt. Eine wichtige Neuerung dabei ist, dass nicht mehr die Zeit des Aufsetzens auf der Landebahn, sondern der Zeitpunkt der Türöffnung entscheidend ist. Hier hatten in der Vergangenheit einige Airlines versucht, die Kosten für die Entschädigung zu sparen.

Wie hoch ist der Anspruch auf Entschädigung?

Neben der Zeit der Verspätung ist auch die Höhe der Entschädigungen, die ein Passagier bei Verspätungen erhält, gesetzlich festgelegt. Wie viel Entschädigung der Reisende erhält, ist demnach abhängig von der Flugstreckte, die mit der Reise zurückgelegt wurde bzw. werden sollte:

  • Bei Strecken von bis zu 1500 Kilometern beträgt die Entschädigung 250 Euro.
  • Bei einer Strecke von 1500 bis 3500 Kilometern erhält der Reisende 400 Euro.
  • Bei größeren Entfernungen stünden dem Passagier 600 Euro zu. Bei Reisen nach Polen kann der Urlauber demnach in den meisten Fällen mit 250 Euro rechnen. Startet der Flug in Polen, hat der Fluggast bei Langstreckenflügen über 3500 km bei einem Ausfall oder einer Verspätung von über vier Stunden Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe von 600 EUR.

Zusätzliche Fluggastrechte

Neben den oben genannten Entschädigungen haben Passagiere zudem eine Reihe weiterer Rechte. Dazu gehört zum Beispiel ein Recht auf Verpflegung. Ist ein Flug deutlich verspätet, dann muss die Airline für Essen und Trinken der Passagiere aufkommen und zwar auch dann, wenn die Airline keine direkte Schuld an der Verspätung trifft. Leistungen beinhalten zum Beispiel zwei kostenlose E-Mails, Faxe oder Telefonate sowie Mahlzeiten und Getränke. Kann ein Flug nicht mehr am selben Tag durchgeführt werden, dann muss die Airline auch für eine Unterkunft der Passagiere mit Vollpension im Hotel aufkommen, und zwar bis ein Flug verfügbar ist.

Voraussetzung für die Betreuungsleistungen sind sowohl die Verspätung als auch die Flugstrecke. Bei einer Strecke von 1500 Kilometern besteht ab einer Verspätung von zwei Stunden ein Anspruch. Bei einer Strecke ab 3500 Kilometer muss die Verspätung drei Stunden, bei einer Strecke von mehr als 3500 Kilometer vier Stunden betragen. Darüber hinaus haben Passagiere bei einer Verspätung von fünf Stunden oder länger die Möglichkeit, ihre Reise kostenlos zu stornieren. In diesem Fall besteht zudem ein Anspruch auf ein kostenloses Ticket zurück zum Ausgangsort der Reise.

Unabhängig von Flugstrecke und Verspätung kann der Reisende unter Umständen Schadensersatzansprüche geltend machen, wenn nachweisbar ist, dass dem Passagier durch die Verspätung ein Nachteil oder Schaden entstanden ist. Dieses Verfahren ist unabhängig von den oben genannten Entschädigungen und Zahlungen.

Wo bekommt der Reisende Hilfe beim Entschädigungsanspruch?

Inzwischen haben sich viele Portale entwickelt, wo ein Fluggast bei Verspätungen und Problemen mit der Airline Hilfe erhält. Zwei besonders bekannte und umfangreiche Portale bietet das Bundesamt für Luft- und Raumfahrt auf seiner Webseite sowie die Webseite www.flightright.de. Dort erhält der Reisende nicht nur viele nützliche Informationen, Gesetzestexte und Hinweise, sondern kann sich auch direkt über eventuelle Verspätungen beschweren und kostenlose Hilfe erhalten. In besonderen Fällen, vor allem wenn auch Schadensersatzforderungen im Spiel sind, macht es unter Umständen auch Sinn, die Rechtsschutzversicherung bzw. einen Anwalt in Anspruch zu nehmen.

Wann besteht kein Anspruch?

Die Fluggastverordnung sieht auch einige Ausnahmen für besondere Umstände vor. Diese liegen zum Beispiel unter anderem bei Streiks oder Vogelschlag vor, aber auch extreme Wetterbedingungen oder Sperrungen des Luftraums oder eines Flughafens aufgrund von Terrorgefahr zählen dazu. In diesen Fällen wird von höherer Gewalt gesprochen und die Airline muss nicht zahlen. Darüber hinaus greift die Fluggastverordnung nur für Flüge, die nicht länger als drei Jahre zurückliegen.

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