Die besten Strände 2017 an der Ostsee in Polen

Die besten Strände 2017 an der Ostsee in Polen

Auch diesen Sommer reisen wieder viele Urlauber an die lange und vielfältige polnische Ostseeküste. Zum 13. Mal wurden polnischen Strände an der Ostsee ausgezeichnet, die besonders hohe Standards hinsichtlich der Wasserqualität erfüllen. 39 Badestrände wurden mit der „Blauen Flagge“ prämiert.

Die „Blaue Flagge“ – eine internationale Auszeichnung der dänischen Stiftung (Stiftung für Umwelterziehung/Foundation for Environmental Education) wird alljährlich an Badeorte vergeben, die sich erfolgreich um die Sauberkeit von Wasser und Strand bemühen. Die Blauen Flaggen signalisieren Urlaubern und Strandbesuchern, dass von Sauberkeit und einem sicheren, unbedenklichen Badevergnügen ausgegangen werden kann.

2017 wurden Blaue Flaggen an folgende polnische Badeorte vergeben:

Województwo Pomorskie/ Woiwodschaft Pommern

  • Gdańsk – Brzeźno Molo
  • Gdańsk – Brzezno Dom Zdrojowy
  • Gdańsk – Jelitkowo
  • Gdańsk – Orle
  • Gdańsk – Stogi
  • Gdańsk – Sobieszewo
  • Gdynia – Sródmiescie
  • Jastrzębia Góra
  • Sopot – Koliba
  • Ustka – Plaża Wschodnia
  • Władysławowo

Województwo Zachodniopomorskie/ Woiwodschaft Westpommern

  • Darlowo
  • Dziwnów
  • Dziwnówek
  • Grzybowo
  • Kołobrzeg – plaża Centralna
  • Kołobrzeg – plaża Zachodnia
  • Mielno
  • Międzywodzie
  • Międzyzdroje
  • Mrzeżyno
  • Niechorze
  • Pobierowo
  • Pogorzelica
  • Pustkowo
  • Rewal
  • Świnoujście – Uznam
  • Trzęsacz
  • Ustronie Morskie – Nadbrzeżna

Marinen

  • Pommern – Gdańsk,
  • Gdańsk Tamka, Gdansk (Marina Żabi Kruk),
  • Gdansk (Marina Sienna Grobla), Gdynia, Westpommern – Szczecin Camping Marina PTTK,
  • Świnoujście (Przystan Jachtowa – Basen Pólnocny). Miedzyzdroje (Marina Wapnica)

Binnengewässer

  • Lubczyna und Stepnica – im Westpommern

Chopin mobil in Warschau

Mit dem Programm „Chopin in Warsaw“ will Warschau junge, technologieaffine Touristen ansprechen.

Den Spuren des musikalischen Genies begegnet man in Polens Hauptstadt auf Schritt und Tritt. Das mobile Programm macht sie mit den Mitteln der „Augmented Reality“ lesbar, schiebt Vergangenes auf dem Smartphone einer Folie gleich über das Bild der gegenwärtigen Stadt. So erfahren Nutzer von den ersten Schritten des jungen Fryderyks als Komponist oder sehen Bilder des zerstörten Sächsischen Palais‘, in dem der Musiker wohnte.

Das Programm informiert zudem über Veranstaltungen rund um Chopin und gibt Anekdoten zum Besten. Alle Informationen werden auch als Audioguide in mehreren Sprachen geliefert, darunter auch auf Deutsch. Als kleines Bonbon bietet das Tourismusbüro das ebenfalls kostenlose Programm „Selfie with Chopin“ zum Download an. Fans können sich vor dem Hintergrund von Warschauer Sehenswürdigkeiten ablichten, den Komponisten immer mit im Bild.

www.chopin.warsawtour.pl

Start frei für neuen Airport in Masuren

Linienflüge nach Berlin / Weitere deutsche Ziele im Visier

In einer Rekordzeit von anderthalb Jahren entstand der neue Flughafen Olsztyn-Mazury in der nordpolnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Am 21. Januar 2016 beginnt der regelmäßige Flugverkehr nach Berlin. Weitere Verbindungen in andere deutsche Regionen sollen folgen. Masuren zählt zu den beliebtesten Ferienregionen für deutsche Gäste in Polen.

Für umgerechnet rund 50 Millionen Euro entstand am früheren Standort eines Militärflughafens bei Szymany ein moderner Regionalflughafen. Das Terminalgebäude greift die Architekturformen der Region auf. Mit viel Glas, Holz und einem geschwungenen Dach wirkt es leicht und warm. Bis zu 300.000 Passagiere können dort jährlich abgefertigt werden, durch Erweiterungsbauten kann die Zahl perspektivisch bis auf eine halbe Million steigen. Die erneuerte Start- und Landebahn hat eine Länge von 2.500 Metern, so dass dort auch größere Passagiermaschinen wie die Boeing 737 oder ein Airbus A320 landen können.

Vorerst verkehren dort allerdings nur kleinere Maschinen. Ab dem 21. Januar fliegt die polnische Gesellschaft SprintAir dreimal wöchentlich nach Berlin sowie ebenfalls dreimal die Woche in die südpolnische Metropole Kraków (Krakau). Eingesetzt werden auf beiden Strecken Turboprop-Maschinen vom Typ Saab 340A mit Platz für 34 Fluggäste und einer Höchstgeschwindigkeit von 463 Stundenkilometern. In Berlin-Tegel heben die Maschinen dienstags, donnerstags und samstags um 15.30 Uhr ab, von Masuren starten die Flüge an den gleichen Tagen bereits um 8.30 Uhr.

Aufgrund des bisher guten Verkaufs von Tickets auf der Strecke nach Berlin äußerten sich Vertreter der Region sehr optimistisch, dass die Verbindung auch im Frühjahr und Sommer aufrechterhalten wird. Neben Berlin sollen künftig auch weitere Ziele in Deutschland angeflogen werden. Im Gespräch sind Verbindungen nach München, Düsseldorf und Dortmund. Außerdem soll es auch Flüge nach London, Dublin und Oslo geben.

Die Tourismusbranche in der Region setzt große Erwartungen in den neuen Regionalflughafen. Bisher mussten Besucher nach Warszawa (Warschau) oder Gdańsk (Danzig) fliegen, fast vier Autostunden von den wichtigsten Ferienzielen im Bereich der Großen Masurischen Seen entfernt. Von Szymany dauert die Fahrt in den bekannten Ferienort Mikołajki (Nikolaiken) dagegen nur rund eine Stunde. Auch andere Ferienziele an den Großen Masurischen Seen oder an der westmasurischen Seenplatte sind in einer bis anderthalb Stunden erreichbar.

Über eine neu gebaute Bahnstrecke dauert die Fahrt nach Olsztyn (Allenstein), die Hauptstadt von Ermland-Masuren, nur rund 50 Minuten. Drei Mietwagenfirmen bieten am neuen Flughafen bereits ihre Dienste an. Der regionale Veranstalter Mazury Air Travel bereitet Pakete mit Unterkunft in rund 40 Hotels der 4- und 5-Sterne-Kategorie sowie Flug und Weitertransport an, die auch in Zusammenarbeit mit deutschen Reisebüros verkauft werden sollen.

Nach Angaben der regionalen Touristikorganisation gibt es in Ermland-Masuren mittlerweile rund 7.000 Betten in 4- und 5-Sterne-Hotels, von denen die meisten erst in den letzten Jahren erbaut wurden. Die Region habe sehr viel in den Ausbau der touristischen Infrastruktur investiert und so zum Beispiel ein Netz von neuen Öko-Marinas für Segler und Hausboot-Urlauber geknüpft. Durch den neuen Flughafen will die Region zusätzliche Gäste erreichen, denen bislang die Anreise zu beschwerlich war. Sie können jetzt auch bequem für einige Tage zum Eissegeln oder Ski-Langlauf ins winterliche Masuren reisen.

Informationen zum neuen Airport unter www.szymanyairport.pl

Werbung für Kulturhauptstadt Wrocław

Mit einem spektakulären Programm will sich Wrocław (Breslau) 2016 als Kulturhauptstadt Europas präsentieren. Das machte Stadtpräsident Rafał Dutkiewicz bei einem Pressegespräch des Polnischen Fremdenverkehrsamtes in München deutlich. Er wolle einerseits die Zahl der Breslau-Besucher von drei auf sechs Millionen verdoppeln, andererseits solle sich auch die Zahl der Einwohner verdoppeln, die sich regelmäßig an Kulturveranstaltungen beteiligen. Im Vorfeld seien rund 500 Millionen Euro für Investitionen in Kulturprojekte und in die Infrastruktur investiert worden; rund 50 Millionen Euro soll die Organisation des Kulturjahres selbst kosten.

Dutkiewicz verwies auf mehr als 1.000 Veranstaltungen, die für das kommende Jahr geplant werden. Den Auftakt bildet vom 15. bis 17. Januar 2016 ein Winterfest. Bei einer spektakulären Performance werden unter anderen vier riesigen Figuren, die die Geister Breslaus symbolisieren, durch die Stadt ziehen und sich auf dem Marktplatz der Altstadt vereinen. Acht Kuratoren bereiten die vielen großen und kleineren Kulturveranstaltungen vor.

www.wroclaw2016.pl

Fest des Weins in Zielona Góra

Das größte Weinfest Polens, die Winobranie, findet vom 5. bis 13. September 2015 in Zielona Góra (Grünberg) statt. Zu dem Volksfest im Westen Polens werden Zehntausende Besucher erwartet.

Erstmals werden in diesem Jahr Weine aus der Region als offizielle Festweine ausgeschenkt. Die vier Weiß- und Rotweine stammen aus den Weingütern Saint Vincent und Winnica na Leśnej Polane und wurden von einer Jury ausgewählt.

Die Geschichte des Weinbaus rund um Zielona Góra reicht zurück bis ins 13. Jahrhundert. Seit einigen Jahren erlebt er eine Renaissance. So haben die Besitzer der Winnica na Leśnej Polane bereits um die Jahrtausendwende ihre ersten Reben gepflanzt und betreiben jetzt auf einem Hektar Fläche Weinbau. Das Weingut Saint Vincent besteht seit 2009 und gehört zu den größten in der Region. Dort wird inzwischen auf 6,5 Hektar Wein angebaut. Insgesamt gibt es rund um Zielona Góra mehr als 30 kleinere und größere Weinbaubetriebe. Einige von ihnen werden ihre Produkte auch auf der Winobranie präsentieren. Zudem finden während des Festest Exkursionen zu einigen Weingütern statt und einige Restaurants in der Stadt präsentieren ausgewählte Menüs mit regionalen Weinen.

Doch bei der Winobranie geht es nicht nur um Wein. Die Altstadt von Zielona Góra verwandelt sich in einen großen Jahrmarkt, auf mehreren Bühnen gibt es Musik-, Tanz- und Theateraufführungen. Verschiedene Sportveranstaltungen und Ausstellungen finden zeitgleich statt. Traditionell wird am letzten Tag des Festes ein bunter Umzug veranstaltet, der vom Weingott Bacchus angeführt wird. www.winobranie.zgora.pl

Polen im Chopin-Fieber

Internationaler Klavierwettbewerb und hochkarätige Festivals

Die zweite Jahreshälfte 2015 steht in Polen ganz im Zeichen des großen polnischen Komponisten Fryderyk Chopin, der in diesem Jahr 205 Jahre alt geworden wäre. Im Oktober findet das Finale des 17. Internationalen Chopin-Klavierwettbewerbes in Warszawa (Warschau) statt. Seine 70. Ausgabe feiert vom 7. bis 15. August das Internationale Chopin-Festival im Kurort Duszniki-Zdrój (Bad Reinerz). Es gilt als ältestes Klavierfestival der Welt. Nahtlos ist der Übergang zum 11. Internationalen Musikfestival „Chopin und sein Europa“, das vom 15. bis 29. August in der polnischen Hauptstadt veranstaltet wird.

Der Zweite Weltkrieg war gerade erst vorbei, die Situation in den ehemaligen deutschen Ostgebieten unübersichtlich und niemand wusste, wie lange die Grenzen stabil bleiben sollten. Alles schien 1946 wichtiger zu sein, als ein Festival der Klaviermusik zu begründen. Dabei war der Gedanke des polnischen Adeligen Ignacy Potocki gar nicht so abwegig. Chopin war als Jugendlicher zum Kuraufenthalt im damals preußischen Bad Reinerz und gab dort sein erstes Konzert im Ausland. So knüpfte das Festival an einen polnischen Nationalhelden an und setzte damit ein kulturelles Zeichen in den neuen Westgebieten, das bis heute Bestand hat. Das sensationelle Eröffnungskonzert gab die damals 76-jährige Zofia Rabcewicz. Die Schülerin von Anton Rubinstein zählte in der Zwischenkriegszeit zu Polens wichtigsten Pianisten.

In ihre Fußstapfen treten heute so berühmte Künstler wie der ukrainisch-australische Pianist Alexander Gavrylyuk, Rubinstein-Preisträger von 2005. Gemeinsam mit den beiden Chopin-Preisträgern Dang Thai Son (1980) aus Vietnam und der Russin Yulianna Avdeeva (2010) bestreitet er den Abschlussabend am 15. August. Zuvor warten acht Tage Klaviermusik vom Feinsten auf die Besucher des niederschlesischen Kurortes. Den Auftakt macht das Kammerorchester „Amadeus“ unter Leitung von Agnieszka Duczmal, mit Kevin Kenner und Philippe Giusiano am Klavier, beide Zweitplatzierte des Internationalen Chopin-Wettbewerbes. Mit dem Österreicher Ingolf Wunder und dem Litauer Lukas Geniušas spielen zudem die beiden Zweitplatzierten des letzten Wettbewerbes von 2010. Mit Spannung wird auch der Auftritt von Eric Lu am 11. August erwartet. Der 1997 geborene Pianist ist Preisträger des diesjährigen nationalen Chopin-Wettbewerbs der USA. Der 1975 in Miami gegründete Wettbewerb soll Nachwuchstalente fördern und ihnen eine Teilnahme am bedeutenden Warschauer Wettbewerb ermöglichen.

Insgesamt 32 Rezitale, Kammer- und Symphoniekonzerte erwarten die Besucher beim elften Festival „Chopin und sein Europa“ in der zweiten Augusthälfte in der polnischen Hauptstadt. Das diesjährige Motto lautet „Von Chopin bis Skrjabin“. Ausgehend von der Wirkkraft Chopins geht es auf die diesjährigen Jahrestage dreier Komponisten ein. So wird eine direkte Linie gezogen zum 175. Geburtstag Piotr Tschaikowskis, zum 150. Geburtstag von Jean Sibelius und zum 100. Todestag von Alexander Skrjabin. Gespielt werden aber auch polnische Komponisten wie Szymanowski, Wolff und Lipiński sowie „Evergreens“ der Klassik von Beethoven über Liszt bis Elgar.

Den Auftakt im Konzertsaal der Nationalphilharmonie macht am 15. August der Tschaikowski-Preisträger von 1994, Nikolai Luganski. Gemeinsam mit der Sinfonia Varsovia unter der Leitung von Alexander Vedernikow interpretiert er zwei Klavierkonzerte von Chopin. Zu den Höhepunkten des Festivals zählen die Auftritte des Russischen Nationalorchesters, des London Philharmonia Orchestra und des Freiburger Barockorchesters. Der Pianist Andreas Staier wird mit dem Freiburger Barockorchester am 26. August das Concerto Polonaise in B-Dur von Georg Philipp Telemann sowie Werke von Johann Fasch und Johann Sebastian Bach spielen. Am folgenden Abend lädt das Symphonia Orchestra unter der Leitung des Stardirigenten Vladimir Aschkenasi in die Nationalphilharmonie ein. Gemeinsam mit Chopin-Preisträger Dang Thai Son wird es das symphonische Präludium „Polonia“ von Edward Elgar, das Klavierkonzert in a-Moll von Ignacy Paderewski sowie Rachmaninoffs Zweite Symphonie interpretieren.

Das Publikum hat zudem die Möglichkeit, bedeutende Künstler wie Nelson Freire, Sergej Krylov, oder Ivo Pogorelić zu erleben. Freire spielt gemeinsam mit Aschkenasi und dem Philharmonia Orchestra Stücke von Tschaikowski, Chopin und Sibelius. Krylov interpretiert mit Unterstützung des Russischen Nationalorchesters Werke von Tschaikowski, Wieniawski und Karłowicz. Pogorelić widmet sich am 20. August romantischen Werken von Chopin, Liszt und Schumann. Den Abschlussabend bestreiten mit Ingolf Wunder, Yulianna Avdeeva und Krzysztof Jabłoński drei Chopin-Preisträger. Gemeinsam mit dem Orchester der Warschauer Nationalphilharmonie unter Leitung von Jan Kaspszyk interpretieren sie Werke von Chopin und Rachmaninoff.

Den Höhepunkt des Chopin-Jahres stellt das Finale des Internationalen Chopin-Wettbewerbes im Oktober dar. Nach den Vorausscheidungen im April 2015 sind derzeit noch 84 Pianisten aus der ganzen Welt im Rennen. Sie treten vom 3. bis 16. Oktober in drei Ausscheidungsrunden gegeneinander an. Wer es bis in die Endrunde schafft, muss während des Finales vom 18. bis 20. Oktober eines von zwei Klavierkonzerten des großen Komponisten interpretieren. Unterstützt werden die Nachwuchskünstler dabei vom Orchester der Warschauer Nationalphilharmonie.

Eröffnet wird die letzte Phase des Wettbewerbes mit feierlichen Konzerten früherer Wettbewerbssieger. Am 1. Oktober werden Martha Argerich und Nelson Goerner im Konzertsaal der Nationalphilharmonie erwartet. Gemeinsam mit dem renommierten Klangkörper unter Leitung von Jan Kaspszyk werden sie Werke von Schumann und Paderewski sowie ein eigens für diesen Anlass komponiertes Konzert von Krzysztof Penderecki spielen. Am 2. Oktober wird Garrick Ohlsson mit dem Männerchor und dem Orchester der Philharmonie unter Wojciech Rajski ein Klavierkonzert von Feruccio Busoni interpretieren.

Anlässlich des 166. Todestages Fryderyk Chopins am 17. Oktober wird es in der Warschauer Heiligkreuzkirche ein außerordentliches Oratorium geben. Ab 20.00 Uhr werden Chor und Orchester der Nationalphilharmonie unter Jacek Kaspszyk Mozarts Requiem spielen. Als Solisten kann das Publikum an diesem Abend Matthew Brook, Robert Getchell, Lenneke Ruiten und Ingeborg Danz erleben. Mit Spannung wird schließlich der Juryspruch erwartet, der am 20. Oktober fallen wird. Vom 21. bis 23. Oktober werden die drei Erstplatzierten ihre Siegerkonzerte erneut spielen.
Der Internationale Wettbewerb wurde erstmals im Jahre 1927 veranstaltet. Er findet im Abstand von jeweils fünf Jahren statt. Wer die Jury von seinen musikalischen Künsten überzeugen konnte, dem diente der Sieg oftmals als Sprungbrett für eine Karriere auf den Bühnen der Welt. Zu den früheren Gewinnern zählen neben Martha Argerich und Garrick Ohlsson auch Wladimir Aschkenasi, Krystian Zimerman oder Li Yundi. Auf den Gewinner warten in diesem Jahr 30.000 Euro Preisgeld.

Informationen:

Das Festivalticket in Duszniki-Zdrój ist für die Mehrzahl der Konzerte gültig und kostet 940 Złoty (ca. 225 Euro). Es ist ebenso wie Einzeltickets über die Homepage des Festivals erhältlich. www.festival.pl
Beim Chopin-Festival in Warschau kosten die Tickets je nach Sitzplatz und Art des Konzertes zwischen 30 und 150 Złoty (ca. 7 bis 35 Euro). Erhältlich sind sie über die Homepage des Festivals. www.en.chopin.nifc.pl
Informationen zum Chopin-Wettbewerb in Warschau unter www.chopincompetition2015.com Auskünfte über Reisen nach Polen erteilt das Polnische Fremdenverkehrsamt, www.polen.travel

Durch die Welt des Lebkuchens in Toruń

Die Stadt Toruń (Thorn) hat eine neue Attraktion. Am 20. Juni eröffnete dort das Museum des Thorner Lebkuchens im Gebäude einer ehemaligen Lebkuchenfabrik aus dem 19. Jahrhundert. Das Gebäude in der ul. Strumykowa 4 gehörte einst der Familie Weese, einem der wichtigsten Lebkuchenbäcker in Thorn. Die Umbauarbeiten dauerten drei Jahre. In dieser Zeit entstanden Ausstellungsräume mit einer Gesamtfläche von 1.200 Quadratmetern. Das Museum befindet sich auf drei Etagen. Auf die Besucher warten zahlreiche Attraktionen und Überraschungen, darunter eine Ausstellung historischer Lebkuchenbackformen und Lebkuchenöfen, ein interaktives Kochbuch mit Rezepten sowie eine multimediale Vorführung über die Herstellung der Lebkuchen in der heutigen Lebkuchenfabrik „Kopernik“. Außerdem können die Gäste ihre eigenen Lebkuchen aus Originalteig backen und dann probieren. Für die Besucher steht auch ein Café zur Verfügung, das im Stil der 1970er Jahre eingerichtet wurde.
www.muzeum.torun.pl

Warschau lädt zum 12. Singer-Festival ein

Polen entdeckt seit einigen Jahren seine jüdische Vergangenheit. Großen Anteil daran haben Kulturfestivals, wie das Festiwal Singera, das 2015 bereits zum 12. Mal stattfindet. Die polnische Hauptstadt Warszawa (Warschau), einst größte jüdische Metropole Europas, verbindet so Vergangenes mit jüdischer Gegenwart in aller Welt. Nachdenkliches und Fröhliches, Musik, Ausstellungen, Diskussionen und Performances erwarten Besucher vom 22. bis 30. August.

„Jede jüdische Straße Warschaus war eine eigenständige Stadt“, so beschrieb Literaturnobelpreisträger Isaac Bashevis Singer einmal die Erinnerung an den Ort, in dem er aufgewachsen war. Ihm, der dem jüdischen Warschau vor 1939 in seinen Büchern ein eindrucksvolles Denkmal setzte, ist das Festival gewidmet. Im Gedenken an den großen Schriftsteller soll die jüdische Vergangenheit Warschaus, die mit der Vernichtung durch die deutschen Besatzer ein jähes Ende fand, jedes Jahr für kurze Zeit wieder zum Leben erweckt werden.

Musik nimmt einen wichtigen Teil der Veranstaltungstage ein. So geben sich zur offiziellen Eröffnung, die am Abend des 23. August stattfindet, mit Alberto Mizrahi aus den USA sowie David Weinbach und Ushi Blumenberg aus Israel weltbekannte Kantoren die Ehre. Vor der wunderschönen Kulisse der Nożyk-Synagoge werden sie vom israelischen Binyamin Choir unter Leitung von Yotam Segal begleitet. Das Programm beginnt aber bereits am 22. August mit Theatervorstellungen, Performances, Diskussionen und Konzerten. Für das Abschlusskonzert am 30. August hat sich ein US-amerikanischer Star angesagt, der eine ungewohnte Mischung auf die Bühne bringt. Mit der Verbindung jüdischer Themen mit Reggae, Beatbox- und Dancehall-Elementen begeistert Matisyahu regelmäßig riesige Hallen auf der ganzen Welt. Unerwartetes bietet bereits zuvor auch das Konzert des Koscher-Gospel-Stars Joshua Nelson in der Allerheiligenkirche. Gemeinsam mit dem polnischen Sienna Gospel Choir präsentiert er dem Publikum am 27. August eine eindrucksvolle Mischung aus Gospel und jüdischer Tradition.

Auf die Verbindung „schwarzer“ und jüdischer Musik geht auch das Singer Jazz Festival ein. Insgesamt 13 Konzerte und Sessions finden zeitgleich zu den anderen Veranstaltungen statt. Gleich mehrere Konzerte davon wird der weltbekannte israelische Saxophonist und Flötist Albert Beger bestreiten. Ein besonderes Ereignis verspricht der Auftritt des berühmten Trompeters Paul Brody zu werden. Gemeinsam mit seiner Jazzband Sadawi präsentiert er das Album „Hinter allen Worten“, auf dem die deutsch-amerikanischen Musiker Texte der Lyrikerin Rose Ausländer vertont haben.

Wer wirklich tief in die jüdische Vergangenheit Warschaus eintauchen möchte, hat dazu am 29. und 30. August die Gelegenheit. Dann verwandelt sich die Gegend um die ul. Próżna und den plac Grzybowski vor dem Jiddischen Theater in eine jüdische Kleinstadt. Ladengeschäfte, Cafés, Marktstände und verschiedene Inszenierungen erwecken die Welt Singers zu neuem Leben. Auch das Redaktionsbüro, in dem der spätere Nobelpreisträger in den 1920er Jahren arbeitete, wird als Inszenierung zu sehen sein.

Weitere Informationen:

www.festiwalsingera.pl

Neues Schlesisches Museum wird eröffnet

Mit einem dreitägigen Fest vom 26. bis 28. Juni wird das neue Muzeum Śląskie (Schlesisches Museum) in Katowice (Kattowitz) eröffnet. Der spektakuläre Neubau entstand größtenteils unterirdisch auf dem Gelände einer innerstädtischen Zeche. Während am 26. Juni das breite Publikum die sechs Dauerausstellungen, unter anderem zu schlesischer Geschichte und Kunst, besichtigen kann, sind erst am Vormittag des 27. Juni die VIPs zur offiziellen Eröffnungsfeier geladen. Die ersten zwei Stunden am 28. Juni sind exklusiv den Bewohnern aus der direkten Nachbarschaft vorbehalten. Insgesamt werden etwa 10.000 Besucher an den ersten Tagen erwartet.

Weitere Informationen: 
www.muzeumslaskie.pl

Dampflokfeste und Retro-Fahrten

Freunde alter Eisenbahnen kommen vom 2. bis 3. Mai in Wolsztyn (Wollstein) im Westen Polens auf ihre Kosten. Im dortigen Dampflokmuseum findet zum 22. Mal die Dampflokparade Parada Parowozów statt. Eine weitere Dampflokparade unter dem Titel Parowozjada findet am 25. August im Freilichtmuseum von Chabówka im Süden Polens statt.

In diesem Jahr haben sich die Organisatoren vom Bahnbetreiber PKP Cargo und der Gemeinde Wolsztyn etwas Besonderes einfallen lassen. Das beliebte Festival rund um die Schönheit historischer Lokomotiven läutet zugleich den „Lato z Parowozami“ (Dampfloksommer) ein. Die Veranstaltungsreihe richtet sich in erster Linie an Familien mit Kindern. Sie will besondere Einblicke und spielerische Wissensvermittlung ermöglichen. So finden während der Sommerferien jedes Wochenende verschiedene Veranstaltungen statt. Es gibt Führungen durch alte Bahnanlagen, Workshops und Spiele rund um die Dampflok sowie verschiedene Ausstellungen. Geplant ist beispielsweise eine Schau von Bahnmodellen, die aus Lego-Klötzen angefertigt wurden.

Die Parada Parowozów in Wolsztyn hat sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Volksfeste in der Woiwodschaft Wielkopolskie (Großpolen) entwickelt. An ihr nehmen auch ausländische Dampfloks teil. Neben Sonderfahrten, technischen Vorführungen und der Wahl der Miss Dampflok wartet auf Gäste ein buntes Rahmenprogramm mit Konzerten, Spiel- und Spaßaktionen für Groß und Klein sowie verschiedenen Wettbewerben. Seit einigen Jahren organisieren auch Eisenbahnfreunde aus Deutschland Sonderfahrten von Berlin, Dresden oder Leipzig zur Parade nach Wolsztyn.

Beide Freilichtmuseen fungieren immer noch als aktive Dampflokstationen, die während der Saison Linienverbindungen mit historischen Zugmaschinen und Waggons bedienen. So verkehren ab Ende März Dampfloks von Wolsztyn in die nahe gelegenen Gemeinden Zbąszyn (Bentschen) und Leszno (Lissen), aber auch die großpolnische Metropole Poznań (Posen) sowie in die niederschlesische Hauptstadt Wrocław (Breslau). Von Ende Juni bis Ende August verkehren an Wochenenden Retro-Züge auf der Strecke von Chabówka nach Kasina Wielka.

Angeboten werden täglich zwei Fahrten von gut einstündiger Dauer. Während der Fahrt machen die Züge im nahe gelegenen Kinderkurort Rabka Zdrój Halt. Das Eisenbahnmuseum von Chabówka in der Woiwodschaft Małopolska (Kleinpolen) entstand 1993 in einem Bahnbetriebswerk aus dem 20. Jahrhundert. Von den 51 Dampf-, Diesel- und Elektroloks werden 13 noch regelmäßig für Linienverkehr oder Sonderfahrten eingesetzt. Sehenswert sind auch die 25 einsatzfähigen Passagierwaggons. In Wollstein eröffnete 1886 ein Bahnbetriebswerk, das später weiter ausgebaut wurde. Bis heute ist die eindrucksvolle Anlage in Betrieb und lädt als Technikmuseum zum Besuch ein. Der Fuhrpark umfasst über
50 Dampfloks, Waggons und Spezialfahrzeuge.

Weitere Informationen:

www.parowozowniawolsztyn.pl
www.skansenchabowka.pl