Blick über den Fluss Mottlau bei Nacht

Danzig – Kultur, Altstadt und Ostsee-Charme

Danzig (polnisch: Gdańsk) ist eine bedeutende Stadt an der polnischen Ostseeküste mit einer langen und wechselvollen Geschichte. Geprägt durch den Seehandel und seine Rolle als Hansestadt, entwickelte sich die Stadt in der Region Pommern zu einem wichtigen wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum. Die Stadt war Schauplatz zahlreicher historischer Ereignisse, darunter der Beginn des Zweiten Weltkriegs und die Gründung der Gewerkschaft Solidarność, die maßgeblich zur politischen Wende in Polen beitrug.

Heute ist Danzig eine Großstadt mit zahlreichen historischen Bauwerken, Museen und kulturellen Einrichtungen. Besonders die Altstadt zieht Besucher an. Neben der historischen Architektur bietet Danzig eine maritime Atmosphäre durch seine Lage an der Ostsee sowie zahlreiche Veranstaltungen und Freizeitmöglichkeiten.

Was dich in deinem Urlaub in Danzig erwartet

Ein Urlaub in Danzig bedeutet, in eine Stadt einzutauchen, die durch ihre Geschichte, Lage und kulturelle Vielfalt eine ganz spezielle Atmosphäre hat. Danzig ist keine Metropole mit Hektik und Lärm, sondern eine Stadt mit ruhigem Rhythmus und eigener Identität. Schon beim ersten Spaziergang durch die Altstadt fällt auf, dass hier nicht nur die Gebäude Geschichten erzählen, sondern auch die Gassen, Plätze und der Flusslauf der Mottlau ein Bild vom Leben in einer früher noch bedeutenderen Handels- und Hafenstadt zeichnen.

Die Nähe zum Wasser prägt das Stadtbild ebenso wie die hanseatisch geprägte Architektur. In vielen Bereichen der Stadt ist die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart spürbar – traditionelle Handwerksläden stehen neben modernen Cafés, und in den restaurierten Speicherhäusern entstehen neue kulturelle Orte. Trotz der historischen Kulisse wirkt die Stadt nicht museal, sondern lebendig und bewohnt.

Danzig eignet sich gut für Reisende, die sich für Geschichte interessieren, gern zu Fuß unterwegs sind und ein Gespür für Details haben. Es ist eine Stadt, die man langsam entdecken sollte, mit Raum für Beobachtung – sei es bei einem Kaffee am Fluss, bei einem Spaziergang am Abend oder beim Blick von einer Brücke auf das ruhige Wasser der Mottlau. Die Stimmung in Danzig ist geprägt von einer Mischung aus nordischer Zurückhaltung und polnischer Gastfreundschaft, was dem Aufenthalt eine angenehme Ausgeglichenheit verleiht.

Wer hier Urlaub macht, muss keine durchgeplante Erlebnisreise erwarten – vielmehr ist es eine Stadt, die ihre Wirkung beim Gehen, Schauen und Verweilen entfaltet. Zwischen Kopfsteinpflaster und Hafenluft ergibt sich eine Reise, die auch durch einzelne Programmpunkte, vor allem aber durch das Gesamtbild überzeugt!

Die besten Sehenswürdigkeiten in Danzig

Danzig ist reich an geschichtsträchtigen Orten, gut erhaltenen Bauwerken und musealen Einrichtungen. Viele dieser Orte erzählen von der Bedeutung der Stadt im Mittelalter, ihrer Rolle im internationalen Handel oder von politischen Umbrüchen der jüngeren Vergangenheit. Hier sind acht ausgewählte Sehenswürdigkeiten, die bei einem Besuch besonders lohnenswert sind

1. Langer Markt & Rechtstädtisches Rathaus

Der Lange Markt (polnisch: Długi Targ) war schon im 13. Jahrhundert der zentrale Handelsplatz Danzigs und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer der repräsentativsten Straßen der Stadt. Die farbenfrohen Fassaden der Patrizierhäuser, oft mit Giebeln im flämischen Stil, erzählen vom Wohlstand der hanseatischen Kaufleute. Jedes Haus hatte seine eigene Geschichte – viele wurden nach dem Zweiten Weltkrieg aufwendig rekonstruiert.

Am auffälligsten ist das Rechtstädtische Rathaus mit seinem 80 Meter hohen Turm. Es beherbergt heute das Stadtmuseum und zeigt original erhaltene Räume, etwa den prächtigen Roten Saal mit seiner reich verzierten Kassettendecke und allegorischen Deckengemälden, die die Tugenden eines guten Herrschers darstellen.

Übrigens: Vom Turm des Rathauses ertönt täglich das Glockenspiel mit einer Melodie, die auf das Volkslied Rota zurückgeht – ein Symbol des polnischen Patriotismus.

Blick auf den langen Markt Danzig mit dem Turm des Rathauses
Der Lange Markt in Danzig mit dem ikonischen Turm des Rechtstädtischen Rathauses

2. Das Krantor (Żuraw)

Das Krantor ist wahrscheinlich das bekannteste Bauwerk der Stadt. Es wurde im 14. Jahrhundert erbaut und war in seiner Zeit der größte Hafenkran Europas. Es ist ein technisches Denkmal und Symbol für den einstigen Seehandel der Stadt. Der Mechanismus funktionierte über zwei riesige Tretmühlen, in denen Arbeiter wie in einem Hamsterrad liefen, um schwere Lasten zu heben – darunter ganze Schiffsmasten.

Heute gehört das Krantor zum Nationalen Maritimen Museum. Neben der Technik selbst wird die maritime Vergangenheit der Stadt anschaulich dargestellt – inklusive Modelle von Handelsschiffen, nautischen Instrumenten und historischen Seekarten.

Fun Fact: Bei starkem Seewind wurde das Tretmühlen-System des Krantors manchmal von nur einem einzigen Mann angetrieben – was damals als Mutprobe galt.

  • wawel.krakow.pl
  • Öffnungszeiten: Täglich 9:30 – 17:00 Uhr (Montags nur bis 16:00 Uhr)
  • Eintrittspreise: Schloss ab 25 PLN (Für Kinder bis 7 Jahren kostenlos, Kathedrale kostenlos (Turm und Krypta kosten extra)
  • Einzuplanende Zeit: Mindestens 2–3 Stunden
  • Wawel 5, 31-001 Kraków (in Google Maps anzeigen)

Blick auf den Fluss in Danzig mit
Das Krantor, unschwer am Ufer zu erkennen, ist wohl das bekannteste Wahrzeichen der Stadt Danzig

3. Marienkirche (Bazylika Mariacka)

Die Marienkirche gilt als eine der größten Hallenkirchen aus Backstein weltweit und wurde zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert errichtet. Sie bietet Platz für bis zu 25.000 Menschen. Ihre Schlichtheit von außen kontrastiert mit dem reich gestalteten Inneren: Hier finden sich unter anderem ein spätgotischer Hochaltar, ein barocker Hauptaltar und das berühmte Jüngste Gericht von Hans Memling als Kopie – das Original befindet sich im Nationalmuseum Danzig.

Ein besonderes Highlight ist die astronomische Uhr aus dem 15. Jahrhundert. Sie zeigt neben Uhrzeit auch die Mondphasen, die Tierkreiszeichen und einen Heiligenkalender. Dreimal täglich bewegt sich eine kleine Prozession von Holzfiguren – ein wahres Schauspiel.

Anekdote: Einer Legende nach hat der Baumeister der Uhr, Hans Düringer, seine Augen verloren, nachdem das Werk vollendet war – angeblich auf Geheiß der Stadtväter, damit er nie wieder eine so schöne Uhr bauen könne. Historisch belegt ist das zwar nicht, aber die Geschichte hält sich hartnäckig.

Blick auf die Marienkirche in Danzig über den Dächern der Stadt
Die Marienkirche in Danzig

4. Artushof (Dwór Artusa)

Benannt nach König Artus und seiner Tafelrunde, war der Artushof ein Versammlungsort für Kaufleute und Patrizier, ein Ort für Geschäfte, Feste und diplomatische Empfänge. Der heutige Bau stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist eine Rekonstruktion nach schweren Kriegszerstörungen. Die große Halle im Inneren beeindruckt durch ihre Höhe und das imposante, 11 Meter hohe Kachelkunstwerk – ein Ofen, der aus mehr als 500 bemalten Keramikkacheln besteht.

Die Halle war nicht nur funktional, sondern auch ein Statussymbol: Die dort ausgestellten Wappen, Statuen und Gemälde zeigen, wer in der Stadt Einfluss hatte. Heute ist der Artushof ein Teil des Historischen Museums Danzig und kann besichtigt werden.

Fun Fact: In früheren Jahrhunderten war es üblich, dass jeder, der im Artushof lärmte, betrunken war oder gar einschlief, eine Strafe zahlen musste – in Form von Bier für alle Anwesenden.

Auge fürs Detail: Die prunkvolle Fassade des Artushof in Danzig.

5. Grünes Tor (Zielona Brama)

Das Grüne Tor steht am östlichen Ende des Langen Marktes und bildet einen markanten Übergang zur Mottlau-Promenade. Errichtet im 16. Jahrhundert im Stil der niederländischen Renaissance, war es ursprünglich als Stadttor und zugleich als repräsentatives Empfangsgebäude für königliche Gäste gedacht. Es wurde allerdings nie dauerhaft von polnischen Monarchen genutzt – auch wenn König Sigismund III. hier zeitweise residierte.

Auffällig ist seine elegante Fassade mit vier Rundbögen, durch die heute Spaziergänger Richtung Flusspromenade gelangen. Im Inneren befinden sich Ausstellungsräume der Danziger Gesellschaft für Wissenschaft und Kultur, gelegentlich auch Foto- oder Kunstausstellungen.

Fun Fact: Lech Wałęsa, der bekannte Gewerkschaftsführer und spätere Präsident Polens, hatte hier in den 1990er Jahren sein Büro als Staatsoberhaupt – eine symbolische Rückkehr an den Ort, wo viele politische Entwicklungen ihren Ursprung nahmen.

6. Europäisches Solidarność-Zentrum (Europejskie Centrum Solidarności)

Am ehemaligen Werftgelände, wo einst Arbeiterstreiks die politische Landkarte Europas veränderten, steht heute ein modernes Museum, das dem Freiheitskampf der 1980er Jahre gewidmet ist. Das Solidarność-Zentrum erzählt die Geschichte der gleichnamigen Gewerkschaftsbewegung, die aus Danzig heraus maßgeblich zum Sturz des Kommunismus in Osteuropa beitrug.

Die Ausstellung ist interaktiv gestaltet und bietet nicht nur klassische Exponate, sondern auch Filme, Zeitzeugenberichte und multimediale Installationen. Besonders eindrücklich ist die originale Werftpforte mit den Porträts und Forderungen der Streikenden von 1980, die sich heute noch genau an dem Ort befindet, wo damals Geschichte geschrieben wurde.

Übrigens: Besucher können die Streikausweise der Werftarbeiter sehen – darunter auch jenen von Lech Wałęsa, mit handschriftlicher Unterschrift und einem Bild, das ausweislich vieler Anekdoten „nicht besonders schmeichelhaft“ gewesen sein soll. Heute ist er ein Stück Zeitgeschichte.

7. St.-Katharinen-Kirche (Kościół św. Katarzyny)

Die St.-Katharinen-Kirche ist eines der ältesten sakralen Bauwerke Danzigs, errichtet im 13. Jahrhundert. Sie war über Jahrhunderte hinweg ein geistliches und kulturelles Zentrum der Stadt. Besonders eng verbunden ist sie mit Johannes Hevelius, dem bekannten Astronomen des 17. Jahrhunderts, der in der Kirche beigesetzt wurde.

Nach einem schweren Brand 2006 wurde die Kirche aufwendig restauriert. Heute kann man neben dem kunstvollen Hochaltar auch das Glockenspiel bestaunen, das sich im 76 Meter hohen Turm befindet. Zu jeder vollen Stunde erklingen dort wechselnde Melodien – teils religiös, teils traditionell.

Fun Fact: Das Glockenspiel besteht aus 49 Glocken und ist eines der größten seiner Art in Polen. Besucher können die Glocken über eine Wendeltreppe erklimmen und die Mechanik aus der Nähe betrachten.

8. Bernsteinmuseum (Muzeum Bursztynu)

Danzig und Bernstein – diese Verbindung ist Jahrhunderte alt. Bereits im Mittelalter wurde das fossile Harz an den Stränden der Ostsee gesammelt und in der Stadt zu Schmuck und Kunstobjekten verarbeitet. Das Bernsteinmuseum, untergebracht im ehemaligen Gefängnisturm „Katownia“ sowie im benachbarten Stadttor, widmet sich der Geschichte und Verarbeitung des Bernsteins von der Antike bis heute.

Neben Rohbernstein und Werkzeugen zur Bearbeitung gibt es dort auch kunstvolle Objekte – von filigranen Medaillons bis hin zu kompletten Möbelstücken. Auch Einschlüsse von Insekten, Pflanzen und sogar kleiner Wirbeltiere sind zu sehen – ein faszinierender Blick in die Urzeit.

Anekdote: Ein Highlight der Ausstellung ist ein Bernstein mit einer eingeschlossenen Eidechse – laut Museum vermutlich über 40 Millionen Jahre alt. Solche Funde sind äußerst selten und für Wissenschaftler wie auch Besucher gleichermaßen faszinierend.

Stadtteile von Danzig: Vielfalt auf engem Raum

Danzig ist keine Stadt, die sich auf einen bestimmten Mittelpunkt reduzieren lässt. Die Stadtstruktur ist vielseitig, historisch gewachsen und spiegelt die sehr bewegte Geschichte Danzigs sehr gut wider – vom ehemals hanseatischen Handelszentrum bis zur modernen Großstadt an der Ostsee. Jeder Stadtteil hat seinen eigenen Charakter, seine eigene Atmosphäre und seinen eigenen Reiz für Besucher.

Du suchst einen Überblick? Hier sind einige der wichtigsten und interessantesten Stadtteile Danzigs – aus historischer und natürlich auch touristischer Perspektive:

Rechtstadt (Główne Miasto)

Die Rechtstadt — auf Polnisch „Główne Miasto“ — bildet den historisch-touristischen Kern von Danzig und beherbergt die meisten der bekannten Sehenswürdigkeiten. Rechte Gassen wie die Lange Gasse (ulica Długa) und der Lange Markt (Długi Targ) ziehen sich durch das Viertel und verbinden bedeutende Ziele wie das Rathaus, das Artushof oder die Neptunbrunnen-Fontäne. Viele Häuserfassaden sind nach den schweren Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs rekonstruiert worden, wobei Wert auf historische Genauigkeit gelegt wurde; dennoch merkt man beim Spazieren, dass es moderne Restaurierungsarbeiten gab. Zwischen den alt ehrwürdigen Gebäuden finden sich zahlreiche kleine Cafés, Restaurants und Souvenirläden, was dem Viertel tagsüber ein geschäftiges, touristisches Leben verleiht. Abends beruhigt sich die Atmosphäre teilweise; Lichtstimmung, beleuchtete Fassaden und das Fließen der Motława bringen Ruhe.

Ein besonderes Merkmal der Rechtstadt ist die historische „Königsstraße“ (Droga Królewska), die vom Grünen Tor über den Langen Markt und die Lange Gasse entlangführt — sie wurde von den Städten genutzt, wenn Könige oder hohe Gäste in die Stadt einzogen. Wer in der Rechtstadt wohnt, kann fast alle Hauptsehenswürdigkeiten fußläufig erreichen, was ideal ist, wenn man nicht ständig mit Verkehr oder Parkproblemen kämpfen möchte. Es gibt dort auch gute Verbindungen zu öffentlichen Verkehrsmitteln, etwa Bus, Straßenbahn und nahe Bahnhöfe.

Trotz der touristischen Prägung wirkt Główne Miasto nicht ausschließlich wie ein Museum; in den Nebenstraßen findet man lokale Geschäfte, Bäckereien und Ecken, in denen das tägliche Leben der Einwohner spürbar ist. Restaurierungsprojekte an Fassaden (z. B. Ogarna, Szeroka, Świętojańska, Warzywnicza) bringen Farbe und Details zurück in das Straßenbild. Der Unterschied zu einem typischen Touristenzentrum ist, dass viele Besucher zwischen Geschichte und Alltag wechseln — z. B. Touristen, die vor dem Artushof verweilen oder in der Nähe Einheimische ihren Einkauf erledigen.

Besonders für Reisende geeignet, die zum ersten Mal in Danzig sind oder mitten im historischen Zentrum wohnen möchten.

Altstadt (Stare Miasto)

Das Stare Miasto liegt nördlich der Rechtstadt und ist älter in der historischen Entwicklung Danzigs; es war früher eigenständig und war durch Stadtmauern und Befestigungen geschützt. Obwohl das Stare Miasto weniger im Fokus des großen Tourismus steht als die Rechtstadt, gibt es dort sichtbare Spuren der Geschichte, oft in Gebäuden, die weniger vollständig rekonstruiert sind oder deren Substanz älter wirkt.

In Stare Miasto findet man z. B. das Alte Rathaus und Kirchen, die deutlich älter sind, mit kleineren Plätzen und ruhigeren Straßen. Es fühlt sich an wie eine Zwischenzone: Man spürt Nähe zur Innenstadt und zu Sehenswürdigkeiten, aber zugleich einen Rückzug von den Touristenmassen. Hotels und Restaurants sind dort seltener dominant; stattdessen prägen Wohnhäuser, kleine Lokale, lokale Geschäfte und auch grünere Abschnitte das Bild.

Ein Beispiel: die Poczta Polska (das polnische Postamt) in Stare Miasto — historisch bedeutsam, unter anderem wegen der Ereignisse zu Beginn des Zweiten Weltkriegs — befindet sich dort; Besucher können das Gebäude anschauen und sich vor Augen führen, wie eng Geschichte und Alltag hier verwoben sind. Auch der Dom Trzech Kaznodziei (Haus der drei Prediger) und Gebäude wie der Dom Opatów Pelplińskich zeichnen sich durch ältere Architektur mit weniger prunkvoller Rekonstruktion aus.

Blick auf die Altstadt von Danzig bei bewöltem Wetter über den Fluss

Weil das Gebiet weniger frequentiert ist, bieten sich hier Spaziergänge ohne Zeitdruck an: über gepflasterte Straßen, vorbei an historischen Mauern oder Überresten alter Befestigungsanlagen. Am Morgen oder frühen Abend liegt oft eine ruhigere Stimmung, ideal für Menschen, die neben dem Besichtigen auch Atmosphäre aufsaugen möchten.

Stare Miasto hat auch eine gewisse Durchlässigkeit zum Alltag: Schulen, kleinbürgerliche Wohnhäuser, lokale Läden und manchmal Marktstände. Wer länger bleibt, kann dort eine Wohnung oder Unterkunft finden, die preislich etwas günstiger ist als direkt in der Spitze der Rechtstadt, aber dennoch nah dran.

Ein Tipp für Besucher, die ein weniger touristisches, aber dennoch historisch geprägtes Stadtbild schätzen.

Langfuhr (Wrzeszcz)

Wrzeszcz ist einer der lebendigsten und vielschichtigsten Stadtteile Danzigs und liegt zwischen der historischen Innenstadt (Rechtstadt) und Oliwa. Früher war das Gebiet um Wrzeszcz überwiegend ländlich: Felder, Wälder und kleine Mühlen prägten das Bild. Erste Erwähnungen datieren ins 13. Jahrhundert, unter dem Namen „Vriest“ oder „Wrzost“, benannt nach dem Heidekraut („wrzos“) oder nach dem Bach Strzyża, der durch das Gebiet fließt.

Die Infrastruktur ist gut ausgebaut: Einkaufszentren, Kinos, Cafés und Restaurants gibt es mehrere, besonders entlang der Allee Grunwaldzka. Auch kulturell bietet Wrzeszcz einiges: alte Gebäude, moderne Kulturzentren und traditionelle Architektur liegen nah beieinander. Wer durch Wrzeszcz spaziert, kann Villen aus dem 19. oder frühen 20. Jahrhundert sehen, aber auch Wohnblöcke und moderne Architektur.

Ein besonderes Stück Geschichte ist der ehemalige jüdische Friedhof in Wrzeszcz, auf der Nordflanke des Królewskie Wzgórze, heute öffentlich zugänglich als Park. Auch Teile von Wrzeszcz Dolny sind interessant, weil hier industrielle und militärische Nutzungen früher vorhanden waren, heute umgewandelt oder neu genutzt.

Für Besucher bietet Wrzeszcz den Vorteil, dass man sowohl städtische Annehmlichkeiten als auch ruhige Wohnstraßen finden kann. Die Straßenbahn und Zugverbindungen sind gut, was den Weg zur Innenstadt, zum Flughafen oder zu anderen Teilen des Dreistadtgebiets erleichtert. Das Viertel ist ideal, wenn man längere Aufenthalte plant – man findet hier gemütliche Cafés, kleine Läden, Märkte und eine überwiegend lokale Atmosphäre. Insgesamt wirkt Wrzeszcz wie eine Stadt im Kleinen: ein Mix aus Geschichte, Alltag und modernem Leben, ohne den massiven touristischen Druck, wie er in der Altstadt oft spürbar ist.

Ideal für Reisende, die länger bleiben oder das Leben der Einheimischen kennenlernen möchten.

Oliwa

Oliwa liegt nördlich von Wrzeszcz und zeichnet sich durch deutlich ruhigere, grünere Abschnitte aus sowie historische und kulturelle Elemente, die mit der Natur verbunden sind. Besonders bekannt ist der Oliwa-Park („Park Oliwski“), dessen Ursprünge bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen. Der Park gliedert sich in Teile im französischen Stil mit klaren geometrischen Elementen und Wasserbecken, sowie in „wildere“ Abschnitte, die naturnaher gestaltet sind, mit Teichen, Wasserspielen und Spazierwegen.

Weitere Besonderheiten sind der Botanische Garten, das Alpinarium (eine Art Steingarten), das Palmenhaus sowie kleinere Bauwerke wie der Palais der Äbte, das heute teilweise als Museum genutzt wird. Vor allem im Frühling und Sommer erblüht Oliwa: Rhododendren, Magnolien und andere Zierpflanzen sorgen für Farbe, und es gibt Teiche mit Enten und anderen Vögeln, die für Erholung sorgen. Ein kleiner akustischer Effekt, der „Flüsternden Grotten“ (Groty Szeptów) genannt wird, lädt zu einem Moment des Verweilens ein: Zwei Muschel-förmige Öffnungen gegenüber einander ermöglichen ein Flüstern, das auf der anderen Seite noch deutlich hörbar ist.

Die Kathedrale von Oliwa ist ein weiterer kultureller Ankerpunkt. Sie ist bekannt für ihre Orgel – eines der größten und beeindruckendsten Instrumente der Region – und veranstaltet regelmäßig Orgelkonzerte, besonders im Sommer. Für Spaziergänger und Naturfreunde bietet Oliwa außerdem Zugang zu ausgedehnten Grünflächen, Alleen und Wegen, die oft Teil größerer Landschaftsschutzgebiete sind.

Geeignet für alle, die eine Pause vom Trubel der Innenstadt suchen und Kultur in naturnaher Umgebung erleben möchten.

Brzeźno

Brzeźno liegt direkt an der Ostseeküste und ist eine der Bade- und Erholungszonen von Danzig – mit Strand, Seebrücke und Küstenpromenade. Der Stadtteil war historisch ein eigenständiges Seebad („Kurort“), was noch immer im Stadtbild und in der Atmosphäre spürbar ist. Der breite Sandstrand zieht besonders im Sommer Besucher aus Danzig und Umgebung an, die Sonne tanken oder spazieren wollen. Die Promenade entlang des Strandes ist teils bewaldet oder von Grünflächen begleitet und gibt dem Ort eine entspannte Küstennote, auch wenn der Trubel in der Hochsaison spürbar ist.

Brzeźno verfügt über eine Seebrücke (Molo), die ein beliebter Ort ist, um aufs Meer zu schauen oder den Sonnenuntergang zu erleben. Gleich hinter dem Strandbereich öffnet sich der Haffner-Park, eine Grünfläche, die Schatten spendet, Wege zum Spazierengehen und Plätzen zum Ausruhen bietet. Architektonisch findet man in Brzeźno sowohl ältere Villen und Ferienhäuser als auch Wohnblocks aus der Mitte des 20. Jahrhunderts; das Gebiet ist dicht bebaut und beheimatet eine gemischte Bevölkerung.

Die Anbindung an die Stadtmitte ist gut: Straßenbahnlinien bringen in nicht allzu langer Zeit ins Zentrum. Der Stadtteil eignet sich für Reisende, die Strand und Stadt kombinieren wollen – morgens das Meer, später ein Stadtbesuch.

Brzeźno hat außerdem eine gewisse Wohnqualität: nahe zum Wasser, mit Grünflächen und relativ ruhigen Straßen abseits der Küstenlinie. Dennoch merkt man auch hier die Nähe zu touristischen Aktivitäten – Strandbars, Spaziergänger und Saisongäste prägen in den Sommermonaten das Bild stärker.

Für einen Aufenthalt mit Kindern ist Brzeźno besonders geeignet: der flach abfallende Strand, der Park und Übersichtlichkeit machen es komfortabel. Für Fotointeressierte bieten sich Küstenblicke und Ausblicke von der Seebrücke an. Insgesamt ist Brzeźno ein Stadtteil mit ausgeprägter dualer Funktion – Erholungsgebiet und Stadtteil zugleich.

Empfehlenswert für Reisende, die ihren Städtetrip mit Badeurlaub oder Spaziergängen am Meer verbinden möchten.

Jelitkowo

Jelitkowo liegt direkt an der Ostseeküste und ist besonders für seinen breiten Sandstrand und die ruhige, erholsame Atmosphäre bekannt. Der Stadtteil war ursprünglich ein Fischerdorf und hat sich über die Jahrzehnte zu einem beliebten Badeort entwickelt, ohne seinen kleinteiligen, zurückhaltenden Charakter zu verlieren. Im Gegensatz zu den touristischeren Nachbarn wie Sopot geht es in Jelitkowo deutlich ruhiger zu – ideal für Spaziergänge, Fahrradtouren oder einen entspannten Tag am Meer.

Die gut ausgebaute Strandpromenade verbindet Jelitkowo mit Brzeźno und Sopot und lädt zu ausgedehnten Küstenspaziergängen ein. Neben dem Strand bietet der Park Jelitkowski mit altem Baumbestand und kleinen Teichen eine grüne Oase zwischen Stadt und Meer. In der Nähe finden sich kleinere Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen – viele mit direktem Zugang zum Strand. Auch gastronomisch ist das Viertel gut erschlossen, aber ohne die überlaufenen Ketten oder Lärmkulissen großer Zentren. Die Nähe zur Ostsee verleiht Jelitkowo im Sommer Urlaubscharakter, während es außerhalb der Saison vor allem bei Spaziergängern und Einheimischen beliebt ist.

Durch die gute Anbindung an den ÖPNV ist man in wenigen Minuten im Stadtzentrum von Danzig, hat aber gleichzeitig das Gefühl, in einem eigenständigen Kurort zu sein.

Urlaub mit Kindern

Danzig eignet sich sehr gut für einen Urlaub mit der ganzen Familie. Die Stadt ist übersichtlich, gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen und bietet viele Orte, die sich besonders an Kinder richten. Neben den großen Sehenswürdigkeiten gibt es zahlreiche kleinere Attraktionen, die speziell für Familien interessant sind. Viele dieser Orte kombinieren Lernen, Spielen und Bewegung – und machen auch Erwachsenen Spaß. Gerade in den wärmeren Monaten ist Danzig ein Ort, an dem sich Stadtbesichtigung und Freizeit ideal verbinden lassen.

1. Hevelianum (Hewelianum-Zentrum)

Das interaktive Wissenschaftszentrum auf dem Hügel Gradowa lädt Kinder dazu ein, naturwissenschaftliche Phänomene selbst zu erforschen. In mehreren Ausstellungsgebäuden können sie experimentieren, ausprobieren und lernen – sei es zu Themen wie Energie, Schwerkraft oder Licht. Viele Stationen sind kindgerecht gestaltet und fördern das aktive Mitmachen. Der weitläufige Außenbereich bietet zusätzlich viel Platz zum Toben und einen tollen Blick auf die Stadt.

2. Papugarnia – das Papageienhaus

Ein Besuch in der „Papugarnia“ ist besonders bei jüngeren Kindern beliebt. In dieser großen Halle leben viele farbenfrohe Papageien, die sich oft auf Besucher setzen oder gefüttert werden können. Der Kontakt zu den Tieren ist erlaubt und wird durch Betreuungspersonal begleitet. Neben dem Spaßfaktor lernen Kinder auch Wissenswertes über die Haltung und Herkunft der Vögel.

3. Strand und Spielplatz in Jelitkowo

Der Strand von Jelitkowo ist besonders familienfreundlich. Neben flachem Wasser und sauberem Sand gibt es dort mehrere gepflegte Spielplätze, die direkt an die Promenade angrenzen. Kleine Kioske bieten Snacks, Eis und Getränke, und Sanitäranlagen sind gut erreichbar. Für viele Familien ist Jelitkowo ein Ort, an dem Kinder frei spielen können, während Erwachsene sich entspannen.

4. Loopy’s World – Indoor-Spielplatz

Wenn das Wetter einmal nicht mitspielt, ist „Loopy’s World“ eine gute Alternative. Dieser große Indoor-Spielplatz im Stadtteil Matarnia bietet Kletteranlagen, Rutschen, Trampoline und sogar Themenbereiche für verschiedene Altersgruppen. Für Eltern gibt es ein Café mit Sicht auf die Spielflächen. Ideal, um ein paar Stunden zu überbrücken oder überschüssige Energie loszuwerden.

5. Park Oliwski mit Schmetterlingshaus

Der Park Oliwski bietet viel Platz für Spaziergänge und kleine Entdeckungen. Besonders spannend für Kinder ist das kleine Schmetterlingshaus, in dem tropische Falter frei fliegen. Die Wege im Park sind kinderwagenfreundlich, und es gibt viele ruhige Ecken für ein Picknick oder eine Pause. Wer möchte, kann im Anschluss auch die nahe gelegene Kathedrale von außen bestaunen oder sich in eines der familienfreundlichen Cafés in der Umgebung setzen.

Aktivitäten und Ausflugstipps

Ein Urlaub in Danzig muss sich nicht auf Stadtbummel und Sehenswürdigkeiten beschränken. Die Stadt und ihre Umgebung bieten dir viele Möglichkeiten, aktiv zu werden, Neues zu entdecken oder einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Ob du mit der Familie unterwegs bist, allein reist oder als Paar – du findest hier sowohl entspannte als auch abwechslungsreiche Aktivitäten, die den Urlaub bereichern.

Hier sind einige Tipps, wie du deine Zeit in Danzig vielseitig gestalten kannst:

Entlang der Ostsee: Promenade zwischen Brzeźno und Sopot

Wenn du gerne an der frischen Luft unterwegs bist, lohnt sich ein Spaziergang oder eine Radtour entlang der Küstenpromenade. Der Weg führt dich direkt an der Ostsee entlang – von Brzeźno bis ins benachbarte Sopot. Unterwegs kommst du an Strandcafés, kleinen Parks und Spielplätzen vorbei. Für Sportliche gibt es auch separate Wege für Inlineskater oder Jogger. Fahrräder kannst du an vielen Stellen ganz unkompliziert mieten. Ideal, wenn du zwischendurch mal raus aus der Stadt willst, ohne wirklich weit fahren zu müssen.

Die Ostsee am Strand von Brzeźno – perfekt für einen Ausflug und Entspannung mitten im Stadturlaub

Der Zoo in Oliwa – Naturerlebnis für Groß und Klein

Wenn du Tiere magst oder mit Kindern unterwegs bist, solltest du dem Zoo in Oliwa einen Besuch abstatten. Er gehört zu den größten Zoos in Polen und liegt in einem bewaldeten Tal – was besonders im Sommer angenehm ist. Hier kannst du Giraffen, Elefanten und viele andere Tiere in großzügigen Gehegen beobachten. Besonders beliebt: der kleine Streichelzoo und der Spielplatz am Eingang. Du erreichst den Zoo bequem mit der S-Bahn oder dem Bus aus dem Stadtzentrum.

Ausflug zur Westerplatte

Möchtest du ein Stück europäischer Geschichte vor Ort erleben? Dann lohnt sich ein Ausflug zur Westerplatte. Hier begann 1939 der Zweite Weltkrieg, und heute findest du auf dem Gelände eine Gedenkstätte, ein kleines Freiluftmuseum und Spazierwege durch das ehemalige Militärareal. Das Gelände liegt ruhig auf einer Halbinsel – ideal, wenn du Geschichte mit Natur verbinden willst. Du kannst die Westerplatte mit dem Bus, dem Auto oder auch per Schiff vom Hafen aus erreichen.

Mit dem Kajak durch Danzig

Eine etwas ungewöhnlichere Art, die Stadt zu erkunden, ist vom Wasser aus – mit dem Kajak. Du kannst entlang der Mottlau paddeln, unter Brücken hindurchfahren und die Speicherinsel umrunden. Das bietet dir einen ganz neuen Blick auf die bekannten Sehenswürdigkeiten – und ist zugleich eine sportliche Abwechslung. Wenn du unerfahren bist, gibt es geführte Touren, bei denen du dich um nichts kümmern musst. Auch Familien mit größeren Kindern können hier gut mitmachen.

Tagesausflug nach Sopot oder Gdynia

Wenn du während deines Aufenthalts noch mehr von der Region sehen willst, lohnt sich ein kurzer Trip nach Sopot oder Gdynia. Beides erreichst du bequem in 20–30 Minuten mit der S-Bahn. Sopot bietet dir mit seiner langen Seebrücke, dem feinen Sandstrand und vielen Cafés echtes Ostsee-Urlaubsgefühl. In Gdynia findest du moderne Museen wie das Schifffahrtsmuseum oder das Aquarium direkt am Wasser. Beide Orte lassen sich auch spontan an einem Nachmittag entdecken.

Entspannen in den Salzhöhlen oder Spas der Stadt

Wenn du es ruhiger magst, findest du in Danzig mehrere Spas und sogenannte „Salzhöhlen“, die zur Entspannung oder Atemtherapie genutzt werden. Diese Einrichtungen sind oft auch für Familien mit Kindern geeignet. Besonders nach einem aktiven Tag oder bei schlechterem Wetter kann ein Besuch dort eine angenehme Pause für dein Tagesprogramm sein!

Geschichte der Stadt Danzig

Danzig ist keine Stadt, die man nur durch ihre Gebäude oder Plätze versteht – ihre Geschichte ist genauso vielschichtig wie ihre Architektur. Wenn du durch die Straßen der Rechtstadt gehst, spürst du, dass hier über Jahrhunderte hinweg Kulturen aufeinandertrafen, sich vereinten – und manchmal auch gegeneinanderstanden.

Vom Handelszentrum zur Hansestadt

Danzig wurde erstmals im 10. Jahrhundert schriftlich erwähnt. Ihre Lage an der Mündung der Weichsel machte die Stadt früh zu einem wichtigen Knotenpunkt im Handel zwischen Mitteleuropa, Skandinavien und dem Baltikum. Im 14. Jahrhundert trat Danzig der Hanse bei – einem Netzwerk von Kaufmannsstädten, das Nord- und Ostsee verband. Das prägte nicht nur den Wohlstand, sondern auch das Stadtbild: prächtige Bürgerhäuser, Speicher und Kontore entstanden, viele davon kannst du heute noch in der Rechtstadt bewundern.

Die Geschichtsträchtigkeit der Stadt ist an vielen Orten in Danzig zu spüren – besonders aber in der Altstadt ist die Hanse-Vergangenheit deutlich zu sehen.

Ein Spielball der Mächte

Ab dem 15. Jahrhundert war Danzig Teil des Königreichs Polen, erhielt aber besondere Autonomierechte – ein frühes Beispiel europäischer Selbstverwaltung. Später, im Zuge der Teilungen Polens, wurde die Stadt preußisch und schließlich deutsch. Danzig wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrfach die nationale Zugehörigkeit – immer wieder verbunden mit politischen Spannungen.

Besonders deutlich wurde das im 20. Jahrhundert: Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Danzig zur „Freien Stadt“ unter dem Schutz des Völkerbundes – offiziell unabhängig, aber mit starker deutscher Mehrheit. Polen hatte jedoch wirtschaftlichen Zugang zum Hafen. Diese Konstellation führte zu wachsendem Konfliktpotenzial.

Der Zweite Weltkrieg begann hier

Ein tragisches Kapitel beginnt am 1. September 1939, als deutsche Truppen die Westerplatte in Danzig angriffen. Dieser Moment markiert den Beginn des Zweiten Weltkriegs. Die Stadt wurde im weiteren Verlauf fast vollständig zerstört – besonders die historische Altstadt litt schwer unter den Bombardierungen. Viele der eindrucksvollen Gebäude, die du heute besuchst, wurden nach dem Krieg mit großem Aufwand und Liebe zum Detail rekonstruiert.

Nach dem Krieg: Wiederaufbau & Neuanfang

Nach 1945 wurde Danzig Teil Polens. Die deutsche Bevölkerung wurde weitgehend vertrieben, während Polen aus anderen Regionen – insbesondere aus dem Osten – in die Stadt kamen. Es begann ein intensiver Wiederaufbau, der sich stark an der früheren Hansestadt orientierte. Deshalb wirkt die Rechtstadt heute wie aus einem Guss – obwohl sie in Wahrheit eine Rekonstruktion auf historischen Fundamenten ist.

Solidarność – Der Anfang vom Ende des Kommunismus

Ein weiteres weltgeschichtlich bedeutendes Kapitel begann 1980 im Danziger Hafen, genauer gesagt in der Lenin-Werft. Hier gründete sich die unabhängige Gewerkschaft Solidarność unter der Führung von Lech Wałęsa. Was mit Streiks begann, entwickelte sich schnell zur größten gesellschaftlichen Oppositionsbewegung im damaligen Ostblock. 1989 führte Solidarność mit zum Zusammenbruch des kommunistischen Regimes in Polen – und später auch in anderen Teilen Europas.

Wenn du mehr über diese Zeit erfahren willst, solltest du dir das Europäische Solidarność-Zentrum (ECS) nicht entgehen lassen – ein modernes Museum, das die Geschichte dieser Bewegung eindrucksvoll dokumentiert.

Kulinarische Highlights – Spezialitäten aus Danzig und der Region

Die Küche in Danzig und der umliegenden pommerschen bzw. kaszubischen Region bietet dir eine Mischung aus Fischtradition, herzhaften Gerichten und süßen Leckereien, die sich oft in kleinen Lokalen oder Bäckereien entdecken lassen. Typische Fischgerichte wie Śledź (Hering) sind weit verbreitet – der Hering wird meist eingelegt oder mit Zwiebeln und manchmal einer sahnigen Soße serviert; das ist eine direkte Verbindung zur Küste und dem Zugang zu frischen Meeresprodukten.

Daneben sind Pierogi ein Muss: Teigtaschen verschiedenster Füllung – von Kartoffel und Käse über Pilze, Sauerkraut oder Fleisch bis hin zu süßen Varianten mit Früchten oder Quark. Ein weiteres traditionelles Gericht ist Bigos, ein Eintopf aus Sauerkraut, frischem Kohl, Fleisch und oft auch Wild oder Würsten – sehr würzig und deftig, ideal in den kühleren Monaten.

Pierogi sind ein Klassiker der polnischen Küche und sollten bei keinem Danzig-Urlaub fehlen!

Die kaszubische Küche bringt ihre eigenen Besonderheiten: Zum Beispiel wird dort häufig Kaszubischer Hering verwendet, oft mit kräftigen Marinaden oder Kräutern, und es gibt lokale Wurstsorten (z. B. kaszanka) und spezielle Pilzgerichte, da in der Region viele Wälder sind – diese Gerichte sind bodenständig, mit einfachen Zutaten, aber stark im Geschmack. Süßspeisen sind ein weiterer wichtiger Teil – Sernik (polnischer Käsekuchen), hergestellt mit Twaróg (quarkähnlichem Frischkäse), hat eine festere Struktur als viele Käsekuchen anderswo und wird oft mit Vanille, Rosinen oder Zitronenschale aromatisiert. Ebenso beliebt sind Makowiec, der Mohnstrudel, süße Hefeteige mit Mohnfüllung, und Szarlotka, eine polnische Variante des Apfelkuchens, häufig mit Zimt und Streuseln.

Besonders für Danzig ist auch Marzipan-Konfekt erwähnenswert: Die Stadt hat eine lange Tradition des Bernsteins – und mit Negativwirkung auf das Süße hat sich im Laufe der Zeit auch eine kleine Marzipankultur etabliert, vor allem handwerklich erzeugte Pralinen oder dekorative Gebäckstücke, die oft mit kandierten Früchten oder Nüssen veredelt werden.

Insgesamt zeichnen sich die Spezialitäten dadurch aus, dass sie aus lokalen oder regional verfügbaren Zutaten bestehen – Fisch aus der Ostsee, Kohl und Sauerkraut aus der Region, Pilze aus den Wäldern und Fruchtaufstriche aus lokalen Obstarten –, und dass die Küche sowohl einfach wie herzhaft sein kann als auch süße Genüsse bietet, bei denen Tradition und Handwerk spürbar sind.

Die besten Restaurants, Cafés und Bars in Danzig

Passend zu den Spezialitäten der Stadt und Region findest du hier unsere Empfehlungen, wo du dir die Danziger Küche (und Drinks) am besten schmecken lassen kannst.

Pierogarnia Mandu Gdańsk Śródmieście

Hier kannst Du die vielleicht besten Pierogi in ganz Danzig genießen. Die Auswahl an gefüllten Teigtaschen ist beachtlich, von klassischen Variationen bis zu kreativen Eigenkreationen – alles wird frisch und nach Tradition zubereitet. Das Ambiente ist lebendig und herzlich, ganz wie es sich für eine echte polnische Pierogarnia gehört. Die Portionen sind großzügig, die Qualität überzeugt auf ganzer Linie. Bei Mandu findest Du vegetarische und vegane Optionen ebenso wie deftige Fleischfüllungen. In der offenen Küche kannst Du den Köchen bei der Arbeit zusehen und erhältst so einen besonderen Einblick in die kulinarische Vielfalt Polens.

Witómë – Restauracja Kaszubska

Wenn Du Kaschubische Spezialitäten kennenlernen möchtest, solltest Du dieses Restaurant auf keinen Fall verpassen. Das Interieur ist charmant und zeigt viel Liebe zur regionalen Tradition. Die Speisekarte präsentiert Dir typische Gerichte aus Pommern, darunter auch den berühmten Kaszubischen Hering – dazu gibt es eine große Auswahl an weiteren regionalen Klassikern. Die Küche legt Wert auf frische Zutaten aus der Region, was Du beim Geschmack bemerkst. Die Atmosphäre ist herzlich und einladend, hier fühlt sich jeder schnell wohl. Ein Besuch bei Witómë ist wie eine kleine kulinarische Reise in die Natur und Kultur Nordpolens.

Cafe Kamienica

Dieses Café ist ein echtes Schmuckstück für Fans von Sernik, dem polnischen Käsekuchen. Dich erwartet ein charmantes Interieur mit viel Gemütlichkeit und einer riesigen Kuchenauswahl. Die Sernik-Varianten sind besonders cremig und aromatisch, liebevoll angerichtet und immer frisch gebacken. Zum Kaffee gibt es auch andere polnische Kuchenklassiker – aber Sernik ist hier ein Muss. Das Café ist ein Ort zum Entspannen, perfekt für die kleine Auszeit oder ein Treffen mit Freunden. Einer der besten Plätze in Danzig, um sich nach einer Entdeckungstour durch die Altstadt zu stärken.

Bakery-Confectionery Pellowski

Du solltest Pellowski nicht verlassen, ohne Makowiec, den polnischen Mohnkuchen, zu probieren. Die traditionsreiche Bäckerei besticht durch eine große Auswahl an Gebäck, Broten und vor allem feinen Süßspeisen. Das Ladenkonzept ist klassisch und schafft ein angenehmes Einkaufserlebnis für Naschkatzen. Die süßen Backwaren werden täglich frisch hergestellt, Makowiec ist besonders sättigend und geschmackvoll. Neben polnischen Klassikern gibt es hier viele andere Kuchen und Teilchen – ideal zum Mitnehmen für einen Spaziergang durch die Stadt. Die Bäckerei hat übrigens mehrere Filialen in der Stadt zu bieten. Am empfehlenswertesten ist die Filiale auf der Żwirki i Wigury 4.

Winston Bar | Cocktail Bar

Wenn Du auf außergewöhnliche Cocktails und ein modernes, entspanntes Ambiente Wert legst, dann ist der Winston Bar das Richtige für Dich. Hier erwartet Dich eine hervorragende Auswahl an kreativen Drinks, die Barkeeper mixen mit echter Leidenschaft und Liebe zum Detail. Die Atmosphäre ist stilvoll und gemütlich, gleichzeitig bleibt sie angenehm ungezwungen, sodass Du Dich voll auf die kulinarischen und flüssigen Genüsse konzentrieren kannst. Das Menü bietet neben Cocktails auch kleine Speisen, perfekt abgestimmt auf den jeweiligen Drink. Die Bar ist ideal für einen Abend mit Freunden, aber auch zu zweit entfaltet der Charme des Hauses seine Wirkung. Als Treffpunkt am Abend im Herzen von Danzig ist der Winston Bar ein Highlight für Genießer.