Kommunikation

Die polnische Telekommunikationsgesellschaft „TP SA“ ist Hauptverwalter vom Festnetztelefonanschlüssen. Langsam versuchen auch private Unternehmen in der Telekommunikationsbrache Fuß zu fassen, spielen aber noch eine untergeordnete Rolle.

Die Post

Postämter in Polen werden „Poczta“ genannt und sind bis in fast jeder Kleinstadt zu finden. Die Briefkästen sind rot. Wenn man einen Brief aus Polen ins Ausland verschickt, lohnt es sich den Aufpreis für Luftpost zu bezahlen, um die Zustellung zu verkürzen.

Festnetzanschlüsse

Die Verbindungskosten für ein Ortsgespräche betragen 0,33 zl pro Telefoneinheit (alle 3 Minuten). Die Ferngesprächkosten sind von der Entfernung abhängig und liegen zwischen 0,59 zl und 0,78 zl. Es ist viel günstiger zwischen 22 und 8 Uhr und während der Wochenenden zu telefonieren (das betrifft auch die Handygespräche).

Telefonzellen

Die Münzentelefone werden langsam außer Dienst gestellt und in den Straßen erscheinen immer öfter Telefonkartenapparate. Ihr Netz ist gut ausgebaut und ihre Zahl vergrößert sich täglich. Es gibt in den Telefonzellen keine Telefonbücher.

Internet

Das Internet als Kommunikations- und Informationsmittel erfreut sich immer größeren Popularität. Seine Verbreitung ist auf Großstädte beschränkt. Im Internet-Café kostet die Stunde 5 – 7 zl.

Vorwahlen der Mobilfunkanbieter

0500 – PTK Centertel
0601 – Polkomtel Polska
0600 – Polska Telefonia Cyfrowa/Era

0790 – P4

Vorwahl nach Polen

0048

Verfügbarkeit

GMS – nahezu überall
UMTS – weit verbreitet

Tipps

  • das Abfragen und auch Besprechen (!!) der Mailbox ist kostenpflichtig
  • Zusatztarife für das Ausland beim Mobilfunkanbieter nachfragen

Achtung!

Mobiler Datentransfer ist im Roaming-Fall extrem teuer:

Bis zu 16 € werden pro MB fällig.

Das polnische Mobilfunknetz zählt zu der Gruppe der mobilfunkstärksten Länder weltweit und folglich ist die Netzinfrastruktur hervorragend ausgebaut. In Polen hat sich neben dem alten GSM-Standard die fortschrittliche und in weiten Teilen verfügbare UMTS-Technologie durchgesetzt. Diese ist besonders für die Nutzung der immer beliebter werdenden mobilen Datendienste erforderlich und immer mehr Menschen nutzen ihr Handy nicht nur zum Telefonieren, sondern auch um unterwegs Internet und E-Mail verfügbar zu haben. In Polen gibt es vier Mobilfunkanbieter: PTK Centertel, Polkomtel, Polska Telefonia Cyfrowa/Era und P4 und ihre Mobilfunkvorwahlen werden wie folgt zugeordnet: 0500 (PTK), 0601 (Polkomtel), 0600 (Polska Telefonia Cyfrowa/Era), 0790 (P4). Die polnische Landesvorwahl lautet 0048.

Grundsätzliches zum Roaming

Unabhängig davon ob man einen Vertragstarif oder eine Guthabenkarte – eine so genannte Prepaidkarte – nutzt, kann man mit seiner deutschen Karte in Polen telefonieren. Allerdings werden dann die Roaming-Gebühren fällig. Unter Roaming versteht man die Nutzung eines ausländischen Mobilfunknetzes. Befindet man sich im Ausland und benutzt das Netz vor Ort, werden spezielle Auslandsgebühren berechnet, die wesentlich teuerer sind, als die üblichen Verbindungspreise in Deutschland. Bei Prepaidkarten werden diese Roaming-Gebühren gleich über das Guthaben der Karte abgezogen. Vertragskunden zahlen erst mit der nächsten monatlichen Abrechnung.

Mobilfunk-Kosten im Ausland werden geringer

Bis ins Jahr 2007 waren diese Roaming-Gebühren im Verhältnis zu den immer geringer werdenden Verbindungspreisen im Inland sehr hoch und gehörten mit zu den absoluten Kostenfallen im Mobilfunk. Dank Viviane Reding, der Telekom-Kommissarin der EU, wurden die Auslandsgebühren bedeutend gesenkt. Vor den von der EU verordneten Preissenkungen zahlte man im europäischen Ausland durchschnittlich 1,10 € für 1 Minute Telefonie über das Handy. Die aktuellen EU-Verordnungen aus dem Jahr 2007, die immer noch in Kraft sind, schreiben den Mobilfunkanbietern eine Obergrenze von 46 Cent zzgl. Mehrwertsteuer vor. Für eingehende Telefonate liegt die vorgeschriebene Grenze derzeit bei 24 Cent zzgl. Mehrwertsteuer. Kurznachrichten, auch SMS genannt, werden aber dennoch mit bis zu 39 Cent berechnet. Das ist verhältnismäßig immer noch sehr teuer, so dass je nachdem ein kurzes Telefonat eher lohnen kann, zumal eine SMS auf nur 160 Zeichen (Leerzeichen inklusiv!) begrenzt ist.

2009 geht die EU gegen die Kostenfalle vor

Zudem sind die Kosten für mobile Datenverbindungen ebenfalls noch massiv überteuert. Bis ins Jahr 2007 konnten für einen Datentransfer von 1 MB über das Handy bis zu 16 Euro in Rechnung gestellt werden. Wenn man bedenkt, dass derzeit im Inland für die gleiche Datenmenge im günstigsten Fall weniger als 10 Cent bezahlt werden müssen, so sind diese Preise doch mehr als schwer verständlich. Das kurze Abrufen der E-Mails über das Handy kann somit zur absoluten Kostenfalle werden, die den Verbraucher schnell tief in die Tasche greifen lässt.

Nicht zuletzt deswegen sind weitere Preissenkungen aus Brüssel angekündigt. Laut Reding sollen pünktlich zu den Sommerferien im Jahr 2009 weitere Preisregulierungen folgen, sofern die Mobilfunkanbieter nicht freiwillig einlenken und die Kosten senken. Dies ist aber eher unwahrscheinlich. Die EU möchte gerade hinsichtlich der Kosten für SMS und mobile Datendienste nachbessern. SMS aus dem Ausland sollen dann künftig den Preis von 11 Cent nicht überschreiten. Der Datentransfer hingegen soll auf eine Obergrenze von 1 € pro MB reguliert werden. Dies ist sicherlich im Sinne des Verbrauchers, auch wenn die Mobilfunkanbieter das möglicherweise anders sehen.

Mobil telefonieren in Polen: Tipps

Prinzipiell gilt aber: Vor Abreise beim jeweiligen Mobilfunkanbieter konkret über die spezifische Roaming-Gebühren und Konditionen für Polen erfragen und sich eingehend beraten lassen. Einige Mobilfunkanbieter verfügen insbesondere für Vertragskunden über spezielle Tarifoptionen, mit denen das Telefonieren im Ausland günstiger werden kann. Meist sind diese Tarifoptionen mit einer einmaligen Gebühr verbunden, sodass sich dies nicht bei 1 oder 2 Telefonaten rechnet. Aber bei häufigerer Nutzung lässt sich mit diesen Tarifoptionen bares Geld sparen.

Ein weiterer Punkt ist die Mailbox. Wer diese nicht bindend benötigt, sollte sie vor Einreise abschalten. Denn spricht ihnen jemand auf die Mailbox, so werden Roaming-Gebühren fällig, da in diesem Fall das Prinzip der Weiterleitung gilt. Das ist doppelt ärgerlich, da man auch für das Abrufen der eigenen Mailbox Roaming-Gebühren zahlen muss.

Nutzer von Prepaidkarten sollten unbedingt vor Abreise darauf achten, dass man über ausreichend Guthaben verfügt. Aufladen aus dem Ausland ist zwar in vielen Ländern möglich, aber in den seltensten Fällen kostenfrei!